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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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mich mit Plänen eines kurzen Ausfluges nach Graz imd Abbazia tragend. Keine Ahnung hatte ich von der furchtbaren Schicksals- wende, die mir unmittelbar bevorstand und die dahin führte, daß ich den Rückweg von dieser Zusammenkunft erst nach fünf Wochen als ein ins Mark getroffener Mann finden konnte.— Zur Orientierung sei vorerst der Tatbestand niedergelegt, aus dem meine Feinde das Gewünschte zusammenzufinden hofften, um mir damit den Todesstoß zu geben. Zu meinen Jugendfreunden zählte ein Oberst von Schwarz. Geistig hoch veranlagt und von nimmermüder Emsigkeit beseelt, hatte er es gleichwohl nur zum Obersten gebracht und befand sich auch schon längere Zeit im Ruhestand. Seine Lebensverhältnisse waren recht beengt, da er für Weib und Kind sorgen mußte. Er war daher be- strebt, seine geringen Einnahmen durch mÜitärschriftstellerische Ar- beiten zu vermehren. Überdies befaßte er sich mit einer Reihe tech- nischer Erfindungen, die von Unternehmern verwertet wurden, ohne daß daraus für Schwarz irgendein nennenswerter Gewinn resultierte. In seiner Bedrängnis wandte er sich Ende Oktober 1912 an mich mit der Bitte, ich möge ihm einige Nachrichten zukommen lassen, die er verwerten würde, um sich auf publizistischem Wege, eventuell auch durch kleine Papierankäufe— insoweit seine bescheidenen Ein- künfte es erlaubten— so viel zu verschaffen, daß er eine seiner Er- findimgen selbständig finanzieren könnte. Ich entgegnete, daß meine Mitteüungen ihm kaum von Wert sein würden, da ich, den Dienst- standpimkt wahrend, nur solche Vorkommnisse erzählen könne, die der Allgemeinheit eigentlich schon zugänglich waren. Um ihm aber doch zu helfen, versprach ich, ihn publizistisch zu beschäftigen, was ich dann auch tat. Ich möchte hinzufügen, daß innerhalb gewisser Grenzen es nur förderlich sein konnte, wenn in jenen Zeitläuften die Öffentlichkeit über militärische Fragen in sachlicher und fachmän- nischer Weise informiert wurde. Wenn ich also hierfür einige Daten gab, so verblieb ich innerhalb meines Wirkungskreises und einer stets geübten Gepflogenheit. Schwarz schrieb nun für das „NeueWiener Tagblatt" und für einige militärische Blätter, versuchte aber doch auch im Äliniaturrahmen seiner Verhältnisse das Börsenspiel. Diese Spekulationen fielen jedoch ungünstig aus— \vie ich es vorhergesagt hatte—, da ich ihm eben keine Nachrichten geben konnte, die eine Bedeutung gehabt oder wirkhch Neues gebracht hätten. Nach weni- gen Wochen Heß ich auch diese Mitteüungen fallen, da ich derart mit Arbeit überhäuft war, daß ich für Schwarz keine Zeit mehr fand. Ich kümmerte mich natürlich nicht weiter um die flüchtigen Briefe und Karten, die ich ihm aus Budapest geschrieben hatte, und ver- 427
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
Geschichte Nach 1918
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