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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Page - 435 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

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gehörig gewesen sei, Skoda-Aktien in meinen Besitz zu bringen. Eine Ungehörigkeit, die die Banknotabilität von ihrem Standpunkte als solche strikte verneinte. Das Charakteristische und, wenn man will, Drollige dabei ist überdies, daß ich mein Leben lang gar nie eine einzige Skoda-Aktie besessen habe. Es war eiife ebenso unbegründete, aus der Luft hergeholte Annahme wie jene, ich hätte mit Franz Ferdinand jemals konspiriert. Aber beides wäre zweifelsohne erwünscht und angenehm gewesen! Nur bei zweiSachverständigen— zweihohen Offizieren des General- stabes— hatte die Untersuchung Glück. Diese— beide einst Ab- teilungschefs unter meinem ^Ministerium— entwickelten unter an- derm eine lange börsentechnische Abhandlung, in der sie zu beweisen suchten, daß ,,meine" (!) Börsenspekulation dem Staate die ärgsten Verluste und Kalamitäten hätte bereiten können. Daß die Unter- suchung zur Evidenz erwiesen hatte, daß ich niemals gespielt, focht weiter nicht an! Dem Obersten Schwarz hatte aber seine Speku- lation, die er tatsächlich für seine Person betrieben, einen Effekt von 700 Kronen zu seinen— Ungunsten erbracht! Am 36. Tag wurde ich endlich enthaftet. Durch die erlittenen Grausamkeiten und Demütigungen an Leib und Seele gebrochen, durfte ich heimkehren. Die Untersuchung lief aber weiter. Da ereignete sich ein merkwürdiger Zwischenfall. Am 5. Juni, also eine Woche nach der Enthaftung, ging meine Frau nochmals zum Kriegsminister, der sie ganz im Gegensatz zu seinem Verhalten bei ihrem letzten Besuch, wo er alles geklärt und gelöst gesehen hatte, mit der Mitteilung begrüßte: ,,Also Ihr Mann ist verloren— ganz und gar verloren!" Meine Frau war fassungs- los. ,,Um Gotteswillen, wie ist das möglich!", rief sie in ihrer Angst. Da meinte der iVIinister, wenn das Gericht sich einmal einer Sache bemächtige, wisse man nie, wohin sie laufe. Dann fügte der Minister bei: ,,Das einzige, was ihn retten kann, ist ein Majestätsgesuch. Ich habe Ihnen dazu schon am 13. Mai dringend geraten." (Es war am Tag der ungarischen Interpellation, wo sich die Arrangeure be- reits sehr unsicher gefühlt.) ,,Ich begreife, daß Ihr Mann jetzt voll- kommen entschlußunfähig ist. Um so mehr ist es Ihre Pflicht, ihm den einzigen Weg zu weisen, den er noch gehen kann. Er soll ganz kurz die Abolition erbitten und als Sühne seine Charge niederlegen." Auf die Antwort meiner Frau, daß die Anklageschrift noch gar nicht zugestellt sei, entgegnete der Minister, daß ihn dies wundere, ihn aber in seiner Anschauung nicht beirre, da er keinen anderen Weg sehe, ,,denn", fügte er bei, ,,selbst wenn ein gerichtlicher Freispruch er- folge, so käme dann doch für alle Fälle der Ehrenrat, der ihn un- 28' 435
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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