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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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zurückgehaltenen Divisionen hätten in den Karpathen möglicherweise die Entscheidung gebracht. Die Situation stand ohnedies wiederholt auf des MessersSchneide, und die durch die deutsche Südarmee ver- stärkten österreichisch-ungarischen Korps erwiesen durch ihren hel- denmütigen Widerstand der Monarchie und den Mittelmächten die größten Dienste. Schwer verständlich bleiben hingegen die wieder- holten eigenen Offensivversuche, die unter den obwaltenden Ver- hältnissen kaum ein günstiges Resultat erhoffen, die eigenen Opfer aber ins ungemessene steigern ließen. Ohne sonderlichen Nutzen gingen da Menschenmassen verloren, die in den späteren Kriegs- phasen von ausschlaggebender Bedeutung gewesen wären. Trotz allem, die Eisenbarriere an den Karpathenkämmen hielt durch, und wenn sie ab und zu auch bedenklich verbogen und ver- beult wurde, zersprengt oder zerrissen konnte sie von den Russen nicht werden. Und jetzt trat für die Verbündeten das zweite große, ausschlag- gebende Glücksmoment ein: die Russen hatten sich in ihren Muni- tionsbeständen gründlich verausgabt. Mir sind die bezüglichen Ver- hältnisse nur im allgemeinen bekannt, doch kann es keinem Zweifel unterliegen, daß bei der ersten Ausrüstung die Russen weitaus stärker dotiert waren als wir. Man kann annehmen, daß sie im Vergleiche zu uns fast das vierfache Munitionsquantum im Bereich der Feld- armee besaßen. Tatsächlich standen wir in den Eingangsschlachten unter einem überwältigenden Eisenhagel, der schier unerschöpflich schien. Dagegen trat bei unseren Batterien, namentlich bei den schweren Feldhaubitzen, ziemlich bald Munitionsmangel ein, der je- doch in der zweiten Hälfte des Monats September wieder behoben werden konnte. Und in dem Maße, in dem sich bei uns die Verhält- nisse besserten, verschlechterten sich jene in Rußland, zumal die großen Zuschübe aus den Ententeländern erst in einem späteren Zeitpunkte einsetzten. So geschah es, daß im Frühjahr 1915 bei den Russen eine völlige Munitionsebbe eingetreten war, just damals, als der große Gegenstoß der Verbündeten erfolgte, der mit der Durch- bruchsschlacht bei Gorlice begann und sofort seinen Kulminations- punkt erreichte. Werimmer diese Idee gefaßtund zur Durchführung gebracht hatte, sie war eine Meisterleistung sowohl vom operativen wie vom tak- tischen Standpunkt aus. Natürlich gab's auch da Kritikaster, die irgendeinem anderen Verfahren das Wort redeten, zu nörgeln und zu bessern wußten ; doch dies ändert nicht, daß dieseOperation eine der aUerbedeutendsten und folgereichsten des ganzen Krieges war und einen Aufstieg der Mittelmächte bedeutete. Daß General Mackensen sgAuffeuberg 449
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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