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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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Page - 481 - in Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung

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der Armee in eine österreichische und in eine ungarische beschlossen, vielmehr selbstherrlich dekretiert. Der Kaiser folgte da Eingebungen aus ungarischen Kreisen und auch solchen nicht verantwortlicher Ratgeber. Allerdings hatte er sich schon früher in diesem Sinne dem ungarischen Ministerpräsidenten Wekerle gegenüber festgelegt. Die meisten der in diesem Kronrate anwesenden Generale sprachen sich dagegen aus, darunter auch solche magyarischer Nationalität, des- gleichen der österreichische Landesverteidigungsminister. Doch der Kaiser, der im Innern von seinem Beschluß nicht lassen wollte, er- hielt Sukkurs durch Erzherzog Josef, durch den ungarischen Landes- verteidigungsminister— und merkwürdigerweise auch durch den ge- meinsamen Kriegsminister. Letzterer soll sich sogar zum Ausspruch verstiegen haben: ,,Die Trennung der Armee ist die Krönung des 67er Ausgleiches!" Ein Ausspruch, der— wenn er gefallen— mit dem wahren Geist dieses Ausgleiches im direktesten Widerspruch stünde. Allerdings wird durch diesen Ausspruch des verantwortlichen Ministers der Monarch wesentlich entlastet. Die logische Konsequenz dieses Teilungsgedankens, der sehr bald zur allgemeinen Kenntnis gelangte, war in weiterer Folge der Befehl des ungarischen Kriegs- ministers Linder zur Waffenstreckung der ungarischen Heeresteile an der Piave und an den anderen Fronten.— Und die letzten Tagungen des österreichischen Parlamentes, die auch in jene Zeit fielen! Noch einmal fanden sich die Erwählten des Herrenhauses und die Sendboten der Völker zusammen, doch das Bild mußte dem beobachtenden Auge schon den traurigen Ein- druck des vollen staatlichen Niederganges machen. Daranvermochten auch die Reden vom Siegfrieden nicht viel zu ändern, die im öster- reichischen Herrenhause noch im Zeichen der Sfege am Isonzo und Tagliamento, sowie jener in Flandern gehalten wurden— nicht der Friede von Brest-Litowsk und nicht jener von Bukarest! Die vielen Mißgriffe der Regierungskunst, die Zerklüftung der Parteien, die offen zutage tretenden zentrifugalen Bestrebungen der unzufriedenen Nationen und der Sozialdemokraten ließen im In- und Ausland die schleichende Dekomposition des ganzen Staatswesens erkennen. Und dann— nach der Niederlage an der Piave— gingen die Redewogen gar hoch. Im Abgeordnetenhause herrschte eine gewagte beredte, die Dinge beim Namen nennende Sprache, die jede altgewohnte De- ferenz beiseite stieß. In einer Interpellation wurde die Piaveschlacht, die so entscheidend unglücklich verlaufen war, aufgerollt. Man wollte die Ursachen ergründen, die Mängel der Vorkehrung überprüfen und die Schuldigen amoviert sehen. Man ging aber nicht bis zur äußer- sten Konsequenz, und alles blieb, wie's war. Doch auch das Gegenteil 31 Auffenberg 4^1
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
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