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Nach 1918
Aus Österreichs Höhe und Niedergang - Eine Lebensschilderung
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mit dem leichten Herzen. Es kam ihm vor allem darauf an, seinen ungleich größeren Gegner— Bismarck— niederzuringen, „Revanche für Sadowa" war sein Leitmotiv, wobei er sich allerdings mit maß- gebendsten Kreisen Österreichs eins wußte. Dieser Idee wurde zu- nächst alles andere unterworfen. MitAufwendung und, wo notwendig, unter Preisgabe aller Mittel und Rechte wurde getrachtet, alle Völker der Monarchie, besonders die Ungarn— sei's auch nur für einen Mo- ment— zu saturieren, um bei der ersten sich bietenden Gelegenheit schlagfertig dazustehen. Nur so ist die Hast des AusgleichsWerkes zu erklären, sowie die verhängnisvollen Unklarheiten und Zweideutigkeiten, die dadurch in seiner Diktion enthalten waren. Natürlich gilt dies nur unter der Annahme, daß bei beiden Teilen bona fides obwaltete. Sollten aber jene Stimmen recht gehabt haben, die seitens der Ungarn mala fides annehmen, so würde dies den ethischen Wert des Ausgleichswerkes alterieren und das Verhalten des einen der Vertrag schließenden Teile in das denkbar ungünstigste Licht setzen. Unter den vielen Beispielen der bestandenen Diskrepanzen sei nur das eine hervor- gehoben, daß es nach der Fassung des Gesetzartikels XII vom Jahre 1867 absolut nicht festzustellen war, ob die Ungarn ein ,,eigenes Heer" besitzen oder nicht besitzen konnten, (Wobei natürlich von der Landwehr, den Honved, ganz abgesehen wurde.) Beide Möglich- keiten waren aus diesem Artikel herauszulesen. Das schien für die politisch klügeren, in Gesetzesauslegungen pfiffigeren Ungarn wie geschaffen. Ich hörte einmal von authentischer Seite, daß gleich nach Schaf- fung des Gesetzes Feldzeugmeister John auf die Verschiedenheit und Verschiedendeutigkeit des Gesetzesartikels in beiden Staaten ernst- haft hingewiesen habe, daß man ihn aber durch die ehrenwörtliche Versicherung beschwichtigt hätte, es werde vorkommenden Falles immer in jenem Sinne entschieden werden, der den Fortschritt und die Einheitlichkeit der Armee zu fördern geeignet wäre. Wie dieses Versprechen dann tatsächlich eingehalten wurde, bedarf keiner De- taillierung. Immerhin war durch die Schaffung des Ausgleiches mit Ungarn ein Ruhemoment für die Monarchie eingetreten. Man glaubte, daß die Streitaxt nun für alle Zeiten begraben sei, und der Jubel, die Begeisterung, die bei der Königskrönung das ganze Land erfaßten, ließen erhoffen, daß fürderhin die Harmonie eine ungetrübte sein werde. Die ,,fünfzehn Unversöhnlichen" und überzeugungsstarren Anhänger Kossuths, die am Krönungstage das Gegendemonstrations- bankett in Czinkota veranstalteten, wurden als Narren verlacht. 501
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang Eine Lebensschilderung
Title
Aus Österreichs Höhe und Niedergang
Subtitle
Eine Lebensschilderung
Author
Auffenberg von Komarów
Publisher
Drei Masken Verlag München
Location
München
Date
1921
Language
German
License
PD
Size
13.4 x 21.6 cm
Pages
536
Categories
Geschichte Nach 1918
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Aus Österreichs Höhe und Niedergang