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der Briefe
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60 Die Zeit ist heut zu kurz, habe gedult biß künftig>en@ post tag, ich werde such>en@
dir zu helffen lieber pirker>.@ montag über 8: tage ist meine opera>,@ ich förchte
mich nicht wenig, weil alle andere schon ihr>en@ credit gemacht hab>en@ und
gefall>en@ unendlich, bitte vor mich ich glaube es auch>,@ daß der jozzi bedauert
sich nicht engagirt zu hab>en@ bey Mingotti, allein anjezo führt der teufel den
Klug>,@ welcher sehr übel vom ihm redet. wann die KnöpÀ ankomm>en@ werde
ich solche ihm über schick>en@, alleine das gelt kan ich nicht von ihm fordern, du
weist ja daß ich ihm 3: Bücher und 3. zeghin vor der ceccilia schuldig, welches
9: zighin außmachet, laße alßo es unter uns außmach>en@ und contentire ihn
wann ich dir gelt schicke die sach>en@ einzukauf>en@. wann wir hätt>en@ gleich
geantwortet so wäre ich prima donna statt der turcotti>.@ ecco quello che dicevo
saressimo stati fuora di guai, perché il Mingotti mi avrebbe avanzato a buon ora
ed io avrei potuto appro¿tarmi in hollanda, basta>.@ con tutto ciò spero senzތaltro
che questo sarà l’anno ove mi delibererò di tutti guai. NB: laß dich etwa nicht
einschläfern von der Borosini, sondern regire die sache daß die richtige Bezah-
lung >S. 3@ einlauft zu End des jahrs, ich habe an Churfeld>,@ Eltern, Catel, und
Borosini geschrieb>en@. Mein Haußh>err@ ist der post und weil ich im wirtshauß
bin sehr übel mit der Kost tractirt word>en@, so läst mich der Impres>ario@ mit
ihn>en@ speiß>en@: neml>ich@ fr>anco@ der Haager, Kluch, und ich, ich muß aber auß
mein>em@ Hauß zu ihn>en@ gehn, welches mir sehr incomod, indeß>en@ spendire
ich nichts vor mich im essen. raisonire nicht viel von de>n@ arien mit d>em@ waiz,
er ist ei>n@ narr, schreibt alles wieder hieher und ist in ein>em@ sehr schlecht>en@
credit, es ist auch nicht wahr>,@ daß er mich recomandirt hat, thu aber nichts
dergleich>en@. jތai aucun autre comte avec Mistress green, que la lambert at
emprounté une ghinee dans son nome, et se elle ne veut pas se souvenir, nous
le rebatterez a la gage de la lambert, puisque je ne dois rien a Mistress green que la
pomade quތelle mތat fait. Künftig>en@ Dienstag werde ich dir etwas schick>en@,
alleine den wechsel schicke ich nicht, biß ihm der Herr secretaire schick>en@ wird.
Künftig ei>n@ mehrers, Gott erhalte dich und gebe dir gedult, schike des secre-
tario wechsel sogleich, ich werde dir schon sag>en@>,@ warum er von hier nicht
kan weg geschikt werd>en@. Heut habe ich Brif von hauß, sie sind alle sehr wohl
adieu>.@ von all>en@ tausend grüße, habe mich lieb, und zweiÀe nicht daß ich bin
und ersterbe deine treue Marianna biß in todt adieu.
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2840, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei-
ten Beschädigung durch Siegelöffnung.
THEMENKOMMENTAR:
Marianne beschäftigt sich in diesem Brief mit den ¿nanziellen Sorgen, die sich aus
der Situation der Trennung der Eheleute ergeben: Franz muss im teuren London
bleiben und sie selbst hat weder angemessene Kleidung für den Alltag, noch, so ist
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur