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der Briefe
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30 Brief Nr. 103
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen,
4. Februar 1749
A Madame
Madame Marianne Pirker pres>entement@ à Coppenhagen.
No 39. \37./ Vom 4t>en@ Febr>uarij@ >1@749.
London den 4t>en@ Febr>uarij@ 1749 Aus unsern neüen quartier at the 4 nations
Panton Street.
Herzallerliebste Marianna.
>Zusatz von Giuseppe Jozzi:@
| anchތio affermo quanto Monsieur Pirker dice del quartier novo stante che dimo-
riamo insieme, e si dorme nellތistesso letto oh cara Mia piccola, spero che i
v>ost@ri dipportam>en@ti saranno lތistessi di noi poveri afÀitti Romisti altro non
posso dire che non vedo lތora si rassegnarmi um>ilissi@mo ser>vito@re Jozzi. |
Wenn ich hätte ein Quartier aus¿nden sollen, wo in der Nähe keine Hu>ren@ wüste
ich solches in ganz London nicht anzutreffen. Die Gasse wo wir dermahl sind, ist
jezt von offentl>ichen@ und wissentl>ichen@ ganz nett, weil seitdem ein neües Coffè
Haus, so sehr magni¿qs, \(2)/ der Schneid>er@ von Borosini \Molard/, /(3.)\ Leüte
von Prinz>en@ von Walis /: so \welcher/ leztens sehr krank \war/, jezt aber wied>er@
besser :/ /(4)\ das dicke Fischweib /: so den Soldat>en@ Sprackmenn heürathet, und
ein sehr schön>en@ Shop aufgerichtet, ein altes Haus gekauft, \und/ völlig neü re-
parirt :/ alle diese quartiere bezogen, also daß jezt diese Gassen nemlich Oxendon
Street ganz neü gebaut, und von lauter honsten Leüt>en@ bewohnet \ist/, allein um
die Ecke in die andre Gassen erstrecket sich meine Caution nicht. /(5)\ Auf unser
quartier zu kommen, so hat La Brosse das nechste Haus bestanden, solches mag-
ni¿que gebaut, und meublirt, und uns 2 Zimer>,@ so aneinander stossen, also daß
einer zum \andern/ gehen kan, und jeder seinen Ausgang>,@ so schön aus staf¿rt,
und so comod, daß jeder Cavalier damit zu frieden seyn könte, um 5 Sch>illing@
wochentlich offerirt, daß ich mir in ganz London um solches Geld solche Zimmer
auch in den abgelegnsten Pläzen nicht zu haben getraute, anzi er hat mich sehr
gebet>en@, ich möchte den Jozzi persuadir>en@, weil nun für ihm auch keine bes-
sere Comoditet des Essens wegen zu allen Stund>en@ auszu¿nden, so haben wir
Uns resolvirt einzuziehen. Unter Uns sind 2 herrliche Zimmer, die man in einen
Saal verwandeln kan, wann Frimaoon loge gehalten wird, alsdenn werden wir ein
wenig unruhig seyn. Für den Renard zahlt er 2 also in allen 7 Sch>illing@ du sollest
dich verwundern, und Uns recht beneiden, wenn du dieses quartier sähest. Ich
habe mir gleich ausgetrag>en@, daß ich speisen kan wo ich will, denn hier wär es
mir zu theüer. Er hat jezt ungemeinen Zulauf. >S. 2@ Ich hoffe also du wirst jezt zu
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur