Page - 444 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
Image of the Page - 444 -
Text of the Page - 444 -
444 Edition der Briefe
Brief Nr. 108
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen,
18. Februar 1749
A Madame
Madame Marie-Anne Pirker à Coppenhagen
No 41. \39./ Vom 18t>en@ Febr>uarij@ >1@749.
London den 18t>en@ Feb>ruarij@ 1749
Herzallerliebste Marianna
Gegenwärtigen Brief liese ganz allein, ich winsche sogar, daß es niemand wisse,
daß du ein Schreiben von mir erhalten, und siehet dich jemand lesen, so sage
es seye eine Antwort auf ältere Brieffe von dir. Dieses pr ambulum ist vorbey.
Madame la cousine est bien ¿ne, mais il y a des bons Microscopes en Angleterre
pour decouvrir la cuture, nonobstant quތelle nތest pas fait de ¿le blanche. Brava
Signora Marianna, sތ>h@a portato dތincantissimo. Proverb>ia@ 73. Just heüte sind es
21 Däge, daß ich den vorlezten, und 17, daß ich den kleinen lezten erhalten, nun
kanst du dir vorstellen wie mirs gewest, als gestern 2 Posten eingelauffen ohne
einen Brief von dir zu erhalten, wohl aber von Herrn Peter Ming>otti@ indem ich
aber von meinem vorigen in gegenwärtiges Hause gienge und ganz bestürzt einen
\recht/ warmen Brief an dich zu schreiben unterwegs ausdachte, ¿nde ich einen
Brief von Herrn Porta mit dem Wechßel, und einen an Jozzi mit einer ganz un-
bekanten Überschrift. Daß erstere hat mich so entzücket als wenn ich 1500 lb
empfangen hätte. Ich winsche dir davor 15000fachen Segen. Ich werde davon
keinen üblen Gebrauch machen, wie du aus meinen punctuel>en@ Rechnungen
mit der Zeit sehen wirst. Das andere sezte mich in noch grössere Verwunde-
rung, als wir solchen von Skalabrini unterzeichnet gefunden. Des Peter seiner ist
vom x> \3/t>en@ und dieser vom 5t>en@ datirt. Nun gieng es an ein rathen und unter-
suchen. Warum schreibet der Herr Peter, und du nicht? Deine Hand kennten wir
gar wohl auf der Adresse so du /: nemlich die Wohnung :/ geschrieb>en@, folglich
hast du Wissenschaft um diesen Brief gehabt. Wie weis der Skalabrini daß Jozzi
hier, daß er so getrost an ihn \hieher/ schreibet? Warum ist der Wechßelbrief ohne
aller andern Nachricht eingelauffen? Über alle diese Puncten haben wir die halbe
Nacht im Bethe berathschlaget. Wir musten lachen, und Uns über des kleinen
losen Schalks, dich meine ich, \Ränke/ vergnügt verwundern. Du wirst dich aber
dabey vieleicht nicht ohne Verwirrung be¿nden. Wie wir merken hast du deine
Anker in zweierley Gewässer werffen wollen, und du weist aus Stutgart, Holland,
Coppenhagen nicht was du erwehlen sollest, und möchtest Uns gern beede bey
dir haben, ohne daß du bey jemand die ¿gur machen wilst, daß du dergleich>en@
Gedanken hegest, od>er@ deine Hände in Spiel habest, jezt kommt noch Brüssel
5
10
15
20
25
30
back to the
book Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2"
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur