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70 ihm alles wohl überlegen was ich auf der andern seite schreib>en@ werde, und
¿ndet er seinen conto so mag er kek mit den Scalabrini gehn, dann du weist daß
mingotti schlechte meinung von ihm hat, und der Scalabrini wird sich sehr be-
trügen, dann ich laße mir den Kopf abschlag>en@ wann er hier nach mir gefällt,
weil>en@ ich mich mit der action in großen estim gesezt. wegen seinen malheur ist
er selbst schuld, mit seinen Lügen, und con¿denz des Herrn Reginelli, ich habe
nicht Zeit hiervon mehr zu schreiben, nun giebe wohl acht, und sage ihm nicht
alles, sondern nur das was zu seinem Interesse dienen kan, dann ich will ihm
in nichts prejudicir>en@, die affair von Scalabrini ist hier noch nicht allzu gewiß,
meine patrons>chaft@ absonderl>ich@ die oberhofmeisterin ist sehr erbost, daß er
noch kein Wort mit mir geredet, die masi ist aufgenomme>n@, die pompeati machet
impegni zum teufel und thut als wolte sie dieße wochen wegreis>en@, und hat
600. ducaten verlangt. Der Scalabr>ini@ will nicht so >S. 3@ Spendir>en@. mich wird
er müß>en@ per comando della Corte tractir>en@ obwohln wir schwerlich werden
über eins kommen, dann die fatiken sind künftig weit stärker als biß dato, indem er
die Musici obligirt die wochen zweymal bey Hof zu singen, mithin benimmt er uns
das Regal von Hoff, außerhalb tractirt er alle sängerinn>en@ als ob solche bey Hoff
in Dienst kämen, dann der spizbub hat keinen Credit, thut alßo der Jozzi recht daß
er sich um keine Miserie engagirt, was die Kost anbetrift, wir sind 10: personen an
der taffel, und kostet mehr dann 6: ducaten des monaths die person, weil wir viel
sind so überträgt eines das andere, es ist natürlich, dann der Wein ist theuer. ¿ndet
der Jozzi daß die Affaire von Brüßel thunlich ist, so wird mingotti solches gern
Rischir>en@, den ort habe ich ihm zwar noch nicht gesagt, alleine ich Weiß daß die
pantominen so in Hamburg sind, dießen sommer und winter hingehe>n@ und zwar
mit den privilegio des prinz Carls, mithin muß mann dießes vorhero wißen, und ja
gewieß seyn daß mann ein fondo hat, aber NB: daß ja die giaccomazzi kein Wort
davon erfährt, dann sonsten wäre alles auß und einen cancaro come ella braucht
mann nicht in der compagnie. indeßen biß Jozzi antworth von Scalabrini hat, kan
er auch von Brusel etwas gewießes wissen, sommers Zeit ist nichts ala haye zu
thun, ich kan mich auch nicht prejudicir>en@, dann ich will von Coppenhagen a
diritura nach Hauß reißen, damit mir die anima lunga nicht vorkommt, wie mir
Jozzi schreibt, und wann dich mingotti antreibt so ist es daß ich nicht allein an
denen Höffen herum fahre weder Brüsel noch hier, kan mir nicht mit stutgardt
schaden, dann es könte auch seyn, daß zu stuttgardt nichts darauß würde. nun
muß ich dir eine andere sache vertraue>n@, es könte seyn, daß die hießige sache
den Scalabr>ini@ noch auß denen Händen gespiehlt würde, alleine alßdann müste
mingotti diejenig>en@ behalten, welche vom Scal>abrini@ aufgenomm>en@ sind, er
sagt er hätte die costa, alsdann wäre ich primo homo, ist es mit der costa nicht
wahr, so bin ich 1:ma donna, mithin ist für den Jozzi kein plaz wann die costa
käme, und dießes ist die ursach warum ich d>em@ Jozzi nicht abrath>en@ will mit
den Scalabrini zu gehen hat er gute Hofnung mit bruselles so ist es mir desto
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur