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der Briefe
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30 Brief Nr. 121
Franz Pirker aus London an Marianne Pirker in Kopenhagen,
28. März 1749
A Monsieur
Monsieur de Teibern Secretaire de Legation de Sa Majesté le Roj de Polonie p à
Coppenhagen.
No 49. 47. Vom 28t>en@ Martij >1@749.
London den 28t>en@ Martij A>nno@ 1749.
Herzallerliebste Marianna.
Wie gehet es denn schon wieder zu, daß ich schon etliche Postdäge von dir ohne
Brieffen bleibe, und zwar jezt, da ich sie am meisten benöthiget, und da der
Wind von Osten so favorabl zur Ankunft schon so lange Zeit anhält? Dieser Wind
machet mir nicht wenig Sorg>en@, indem ich vermuthe, daß eine Menge meiner
Brieffe, und des Jozzi aufgehalten word>en@, ja es wird viel seyn, wenn der Courier
selbst nicht dieser fatalitet unterworffen gewest. Er hat Uns leztlich den Winter mit
Schnee und Eys gebracht, und da ich aus den Zeitungen ersehe, daß in Nord eine
unerhörte Kälte, so bin ich deinetwegen sehr in Sorg>en@, wiewohl durch eüren
Courier aufgemuntert word>en@, der mir erzehlte daß in Coppenhagen ein zwar
regnerischer, aber so gelinder Winter, wie hier, wär, obwohlen man von andern
Nördlich>en@ Ländern von einer ausserordentlichen Kälte gelesen. Die Haupt-
ursach >die@ses meines Briefes ist dir des Jozzi endliche Resolution wissen zu
lassen. Du wirst sie aus einen dir aparte geschriebenen unter der Treibernisch>en@
Addresse zwar selbst lesen, allein er hat mich gebeten sie zu con¿rmir>en@. Ich
habe ihn hierzu weder ab noch zu gerathen, sond>er@n es kommt alles von seinem
freyen Willen. Sie bestehet hierin, daß er, sobald er hier sein Bene¿ce vollendet,
nacher Holand abreisen will, in Hofnung dich in Amsterdam anzutreffen, wohin
er expressè an Herrn Rooss geschrieben, wo dies dir 1000 Ehren und plaisir
wiederfahren sollen, alsdenn kanst du mit mir nacher Hause reisen, und unter-
dessen muß die affaire in Brüssel od>er@ Holand ausgemacht werden, od>er@ was
sonst das Schicksal über Uns alle auf künftigen Winter beschliessen wird. Er
verdienet in der That daß man auf den armen Deüfel reÀexion machet, weil er
so vieles für Uns thun will, und mein Hauptabsehen ist wegen der Aloysia,
welche durch seine Instruction zu einer der grösten Virtuosinen werden könte,
dessentwegen habe ich so grosse premura seinetweg>en@, wie ich dir denn sein
intere>ss@e in so vielen >S. 2@ brieffen auf das nachdrüklichste recomandiret, und
hiemit solches so viel, als mir möglich, noch mahl thu. Wenn er im Theater auch
nicht so treÀich, so würde er dennoch seines Umgangs wegen aller Orten wohl
gelitten, und dem Mingotti wenigsten in diesem sehr nüzlich seyn. Es fällt mir
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur