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Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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610 Edition der Briefe 35 40 45 50 55 60 65 mit 400: duc[aten] wieder dißes hat er nicht protestirt, per fare a vicenda con me, dießes war seine anerbietung, bey Hoffe zu sing[en], hatte ich ihn auch persuadirt, was soll[en] dann dieße Kinderey[en]? ich ¿nde auch gar nicht von Nöthen daß er den Ming[otti] vor eine[n] Jean fou[tre] tractirt wie er ihm in seinen Brif schreibt \heist/, dann Ming[otti] hat es ehrlich mit ihm gemeynet, und ihm gut[en] rath gegeben, in der Scal[abrinischen] affaire, und wann ich geschrieb[en] er solle nicht um dießes geld geh[en], so ware es um den spizbübisch[en] Scal[abrini] mehrere unkost[en] zu machen und kommt mir vor es seye ja allezeit beßer eine[n] galant huomo, als ein[en] solchen spizbub[en] zu dienen. [S. 3] Nun kan ich ihm absolute nicht mehr helffen, dann ich habe genug für mich zu thun, und bin alle tage die gott gibt, mit der Cammer Musick strapazirt, morg[en] werde ich meine Resolution geb[en] müßen, ich bin zum närrisch werden dann mann will mich jezt schon hier haben, allein erstl[ich] käme es herauß, als häte ich es nur proforma gesagt, daß ich engagirt bin, überdieß wann den Ming[otti] die Costi solte abgeh[en] so könte er ohne mich alsdann keine opern machen. Ich habe dir schon gemeldet daß die Herrschaft närrisch über mei[n] singen ist, gestern habe ich eine improvisata gemacht und ein kleines duet und Solo in der Meeß gesung[en], es ware die erste procession, weil das land steht, obwohln mann es entsezlich übel empfund[en], und üble folgerung[en] mit sich bring[en] wird, doch ist es gescheh[en], den Nach- mitag bey der Kammer Musik bedanckte sich der Herzog sehr vor dieße ¿nesse so ich ihm gethan Die verwittibte Herzogin welche mich zum erst[en] mal getha gehört, ware außer sich, en¿n Gott gebe was er will, es sind schon 4. täg daß mann mir 1200 À. offerir[en] laßen, ich bin aber auf 1500 beruhet, morg[en] werde die Resolution hören, es versteht sich aber wann du komst mann dir aparte Besoldung geben wird, mann will dich aber vorhero hören. letzhin hat die louisia bey Hof eine aria recht gut gesung[en], beede \Kinder/ hab[en] gespiehlt auf d[em] Clavier, sie sind beede bey mir allhier in vagance auf eine kurze Zeit. gott gebe daß dir der Jozzi das gelt schikt, ich zweiÀe dran. Jozzi ist bey de[m] Monteaulieu sehr in gnad[en], noch aber ist nichts für ihn zu thun, sondern erfordert seine presence, sage ihm ja nicht meine Besoldung sondern daß ich nur Hofnung habe in Dienst[en] zu bleib[en], das unglik ist, daß uns hier ein Contralt absolute abgeht. adieu. Die Kinder küß[en] dir Händ, von Elter 1000 gruß. [Nachschrift S. 1 links:] Biß ich von hier nach Hamburg komme, so bist du auch dort, hast alßo Zeit genug[ ] doch nein zu waßer geht es langsam[.] VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2840, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Sei- ten Beschädigung durch Siegelöffnung. THEMENKOMMENTAR: Marianne kritisiert die Verhandlungsstrategie, die ihr Mann mit und für Giuseppe Jozzi gegenüber Pietro Mingotti anwendet. Im Kern geht es ihr um die Differenz
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
Title
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Subtitle
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
Volume
1 & 2
Editor
Daniel Brandenburg
Publisher
Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7001-8898-8
Size
21.0 x 29.7 cm
Pages
1048
Category
Kunst und Kultur
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