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der Briefe
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25 Brief Nr. 237
Louis de Sternenfels [aus Ludwigsburg] an Marianne Pirker
[in Stuttgart], [1750?]
A MaDame
Madame Bürgeren Son Logie
Hoch GeEhrteste Madame
Habe dennenselben ergebensten Danck abzustatten vor daß überschieckte zu gleich
auch Mademoselle Schänemänen, der liebe Gott Ersetze es dieselben vüllfältigst
wieder, es ist mir recht zu gutt kommen, massen auffs ney wieder Granck worden
und zwar ist die Ursach das, da ich daß Frühjahr fast ganß Habe Freüheit gehabt
ohn verschlosen zu seyn, jetzo aber so bald die Herschaft wieder nacher Ludwigs-
burg angelangt, hat mann mich also bald wieder ein gespert, und bin auch die Zeit
nicht eine menuthe auß der prison kommen welches mir so weh thut, so wohl dem
Leib als dem gemüth, daß mich kaum zu fassen weiß ich habe auch dies wegen
daß Hertz gefast und an meinen Herrn Bruder geschrieben um weiters nichts
als mir nur so vüll zu vergönen \gebetten/ daß merere Freüheit genüssen und mit
der Herrn of¿cianten Ihren Frauen umzugehen permitiert seyn mögte, so wollte
weiters nichts mer an ihme verlangen [S. 2] übrichgens will ich im Hauß zu
Bleiben mich entschliessen, glaub aber nicht daß es bey dem stein Harten Hertzen
etwas Fruchten wierd, noch eine GeHorsamste Bitte Hätte an dieselben mir bey
gutten Fründenen etwa ein par abgelegte schuh oder Handschuh auß bitten so weit
liebste Madame ist es bey mir kommen daß mich auf diese arth kläglich muß
Hören lassen, mein Herr Bruder giebt wohl geld genug Herein aber daß ist der
Feller daß er nicht auch fragt oder nachsehen last ob auch waß da vor bekomme,
mein Kleidung geht so zu samen daß des sondags in die Kierche zu gehen mich
schämen muß, bis aufs Fest, werde zu Gottes diesch gehen mir ist angst wo
mir etwas borgen werde daß erscheinen kann, so ohnglückseelich bin ich und
dies ist auch der meiste Grund warum im Hauß niemand sich bey meinem Herrn
Bruder Enkerchitiert oder vorsprach um reComantaction thut daß mögte Freuheit
bekommen weil sie als dann mer in meiner [S. 3] Kleidung aufwand hätten, dieses
aber begreift mein Bruder nicht, der liebe Gott segne Ma cher Madame nebst
die lieben ihrichen womit mich zu dero Güttichen wohl wollen reCommand[iren]
und verHarre mit aller Ergebenheit meiner Hoch GeEhrsten Frau Gehorsamste
Dienneren Louis de Sternnenfes
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2842, 1 Doppelblatt, 4 beschriebene Seiten.
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur