Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
LehrbĂŒcher
Opfernarrative in transnationalen Kontexten
Page - 299 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 299 - in Opfernarrative in transnationalen Kontexten

Image of the Page - 299 -

Image of the Page - 299 - in Opfernarrative in transnationalen Kontexten

Text of the Page - 299 -

Ioannis Pangalos Die Überwindung traditioneller Opfernarrative in spanischen und griechischen BĂŒrgerkriegsromanen seit den spĂ€ten 1990er Jahren Einleitung In meinem Artikel beabsichtige ich einen Paradigmenwechsel aufzuzeigen, der sich, so meine These, in der griechischen und spanischen BĂŒrger kriegsliteratur um die Zeit des Millenniums anbahnt, sowie seine wichtigsten Charakteristika – eines davon ist die Überwindung gĂ€ngiger Opfernarrative – zu beschreiben. Ferner will ich auf die gesellschaftlichen und theoretischen PrĂ€missen einge- hen, die diesen literarischen Wandel ermöglichen und die ich unter den ‚expe- rimentellen‘, nicht eingebĂŒrgerten Begriff metamnemonial (Pangalos 2017, 380) subsumiere. Einleitend möchte ich lediglich dasjenige Merkmal ansprechen, das meines Erachtens in der angedeuteten Situation der Jahrhundertschwelle am gewichtigsten fĂŒr die ‚neue‘ Literatur ist: Die kommunikativen Gemeinschaften, die die Erinnerung an die leiderfĂŒllten Ereignisse der Mitte des zwanzigsten Jahr- hunderts lebendig tradieren, sind in Auflösung begriffen. Diese Gruppen favori- sierten in der Regel das eine oder das andere der in die Auseinandersetzungen involvierten ‚Lager‘, wobei sich das eine jeweils zum Opfer des anderen stilisierte. In diesem von BipolaritĂ€t gekennzeichneten Zustand erfĂŒllte die Literatur eine bestimmte Funktion: Sie narrativierte den angestrebten Opferstatus und lieferte kulturelle Symbole, die fĂŒr die eine oder andere Gemeinschaft, des rechten oder des linken politischen Lagers, verbindlich und verbindend waren. Die Auflösung der – mehr oder weniger – kompakten politischen Blöcke bedingt nun die ‚Hei- matlosigkeit‘ der zeitgenössischen Literatur in Bezug auf die Integration in ein bestimmtes Erinnerungskollektiv und verleiht ihr auch ihr besonderes GeprĂ€ge. Bevor ich allerdings auf die literarischen Darstellungen eingehe, gebe ich im ersten Abschnitt knapp einige historische Eckdaten zu den BĂŒrgerkriegen sowie ihren (politischen) Folgen in beiden LĂ€ndern und gehe vergleichend auf den (offiziellen) Umgang mit der Erinnerung an die traumatische Zeit des ‚Bruder- krieges‘ ein. Der zweite Abschnitt widmet sich dann der Stellung, die die Literatur in diesen gespaltenen Gesellschaften innehat. Es werden einige Haupttendenzen bis in die 1980er Jahre hinein skizziert. Dabei wird eine notwendige terminolo- gische KlĂ€rung vorgenommen: Der grĂ¶ĂŸte Teil der (anspruchsvollen) Texte ist Open Access. © 2020 Ioannis Pangalos, publiziert von De Gruyter. Dieses  Werk ist lizenziert unter der Creative Commons Attribution 4.0 Lizenz. https://doi.org/10.1515/9783110693461-014
back to the  book Opfernarrative in transnationalen Kontexten"
Opfernarrative in transnationalen Kontexten
Title
Opfernarrative in transnationalen Kontexten
Editor
Eva Binder
Christof Diem
Miriam Finkelstein
Sieglinde Klettenhammer
Birgit Mertz-Baumgartner
Marijana Miloơević
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-069346-1
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
350
Keywords
Opfernarrative, zeitgenössische Literatur, transnationale Erinnerung, TransnationalitÀt
Category
LehrbĂŒcher
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Opfernarrative in transnationalen Kontexten