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Land der Verheißung – Ort der Zuflucht - Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
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169 nung und Durchführung sowie der Großteil der an den Unternehmungen betei- ligten Personen werden etwa im britischen Geheimdienstbericht vom Mai 1939 angeführt. Wien und das Büro am Stubenring werden in der Korrespondenz zwi- schen den Regierungsstellen wiederholt als Zentrum der jüdischen illegalen Ein- wanderung bezeichnet.482 Mehr als die Hälfte der gesamten „Ma’apilim“ soll mithilfe der „revisionistischen“ Bewegung und kleinerer Gruppen bzw. Privatpersonen ins Land gekommen sein. Die Aktivisten um Perl und Weisl483 sollen insgesamt mehr als 3.700 Personen zur Flucht verholfen haben. Zu den Erfolgen zählte auch die „Sakarya“484, das größte Flüchtlingsschiff, auf dem europäische Jüdinnen und Juden nach Palästina gelangt sind. Nach einer mehrmonatigen Vorbereitungszeit erreich- ten über 2.100 Flüchtlinge, vor allem aus Wien, Prag und Budapest im Februar 1940 über Rumänien Palästina, wo sie vorübergehend in Anhaltelagern inhaftiert, dann aber freigelassen wurden. „Alijah Beth“ unter nationalsozialistischer Kontrolle: Der „Ausschuss für jüdische Überseetransporte“ Obwohl der Vorschlag zur Gründung einer eigenen, für die Organisation von Übersee-Transporten zuständigen Stelle offenbar von Seiten der Kultusgemeinde eingebracht wurde, muss die Errichtung des „Ausschusses für jüdische Über- seetransporte“ im Jahr 1939 gleich wie jene der „Zentralstelle für jüdische Aus- wanderung“ vor dem Hintergrund des nationalsozialistischen Ziels, die jüdische Bevölkerung aus Österreich und anderen Teilen des Reichs schnellstmöglich zu vertreiben, betrachtet werden.485 Unter der Leitung des Wiener Juden Berthold Storfers (1880–1944) war das Büro in der Rotgasse 8/7, Wien I., für die Durch- führung der als „Sondertransporte“ bezeichneten Auswanderergruppen in erster Linie nach Palästina, aber auch nach Überseeziele wie Shanghai zuständig. Während sich der Handlungsrahmen der zionistischen Organisationen im Hinblick auf die „Alijah Beth“-Aktivitäten zunehmend reduziert hatte, übernahm der „Ausschuss“ 482 Z. B. in einem Bericht des Colonial Office vom April 1940: „Vienna, has, of course, been notorious as the centre of Jewish illegal immigration from Germany and German occupied territory since the days of Dr. Willy Perl and the Stubenring office with its Gestapo partner.“ TNA, FO 371/25241, W 6011/38/48. 483 Der 1941 in die USA geflohene Jurist William Perl war nach Kriegsende an der juristischen Aufar- beitung von NS-Verbrechen in Deutschland beteiligt und erhielt für seine Tätigkeiten als Flucht- helfer zahlreiche Auszeichnungen von Israel und Österreich. Wolfgang von Weisl kämpfte nach seiner Einwanderung nach Palästina weiterhin für den jüdischen Staat, auch aktiv als Artillerie- kommandant im Unabhängigkeitskrieg. Später war er Mitglied des „Jüdischen Nationalrats“, des Direktoriums des „Jüdischen Weltkongresses“ und Vorsitzender der „Österreichisch-Israelischen Freundschaftsgesellschaft“. 484 Zur „Sakarya“ siehe u. a. Anderl, Emigration, S. 290–297; Eri Jabotinsky, The Sakariya Expedition (1941). The Jabotinsky Institute in Israel [http://jabotinsky.org/jabo_multimedia/files/ ערי ז‘בוטינסקי/א]. 485 Nach Gabriele Anderl, „9096 Leben“. Der unbekannte Judenretter Berthold Storfer, Berlin 2012; Rabinovici, Instanzen, v.a. S. 184–193; Ofer, Holocaust, S. 98–127.
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Land der Verheißung – Ort der Zuflucht Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Title
Land der Verheißung – Ort der Zuflucht
Subtitle
Jüdische Emigration und nationalsozialistische Vertreibung aus Österreich nach Palästina 1920 bis 1945
Author
Victoria Kumar
Publisher
Studienverlag Ges.m.b.H.
Location
Innsbruck
Date
2016
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7065-5419-0
Size
15.6 x 23.4 cm
Pages
216
Keywords
Palestine/Israel, Aliyah/Zionism, Jewish history of Austria, National Socialism in Austria, Palästina/Israel, Alijah/Zionismus, Jüdische Geschichte Österreichs, Nationalsozialismus in Österreich
Categories
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