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wesen, und seine Devisen gelten auf allen Börsen und Platzen, so wie
es in Österreich nebst Sin a, Geymüller und Steiner (s. d.) als erste
Firma gilt. Die besondere geistige Bildung der Chefs dieses Hauses ma-
chen ihre Salons zum Sammelplatze alles Ausgezeichneten', und von
Menschen- und Vaterlandsliebe durchglüht, leuchten sie bey jeder sich
ergebenden Veranlassung durch Munificenz bedeutend hervor. Die Firma
führen auch Daniel Bernhard Freyh. von E. Sohn, Censor bey
der prid. österr. Nationalbank, und Ludw. Freyh. von Pereira-
Arnstein.
Arpad, Ungar. Herzog, Sohn des Asmus, an dessen Stelle
er um das Jahr 839 (nach einigen Schriftstellern 892) zum Herzog ge-
wählt wurde, als der Chan der Chazaren die damahls von ihm abhän«
gigen Ungarn aufgefordert hatte, einen Herzog zu wählen, der als sein
Stellvertreter über sie herrschen sollte, nachdem Lebedias diese ihm von
dem Chan angebothene Stelle ausgeschlagen hatte. A. wurde, nachdem
ihm von den ungar. Orosien der Eid der Treue abgelegt worden, nach
chazarischer Weise auf einem Schild emporgehoben und als Herzog be-
grüsit. Bald nach dieser Erwählung beschloß A. mit den übrigen ungar.
Grosien sein Reich zu erweitern. Nachdem er einen großen Theil des
übrigen jetzigen Ungarn's, Siebenbürgen und Mähren, Bulgarien:c.
erobert hatte, hielt er mit den Woywoden im Jahre 393 bey dem See
Kirthilto nicht weit von der Theiß eine Zusammenkunft, in der nach
einmüthiger Berathschlagung Gesetze gegeben, und die ganze Iurisdic-
tion festgesetzt wurde. Als nachher der griechischeKaiser Leo der Weise
nut dem Bulgarenkönig Simeon in emen Krieg gerieth, lies; er
A., den er sich durch Geschenke geneigt machte, durch seinen Gesandten
Nicetas Sl lems um Hülfstruppen bitten. Dieser sandte ihm Trup-
pen aus Atelkusa, die über die Donau setzten, das Land Simeo n's ver-
wüsteten, seine Krieger theils tö'dteten, theils gefangen nahmen, und dem
griechischen Kaiser verkauften, und ihn seW, nachdem sie ihn in ein kleines
Städtchen (nach einigen Mundraga, nach andern ^lka Vul^aro-
ruin genannt) eingeschlossen hatten, zum Frieden zwangen, in wel-
chem er dem A. huldigte und einen jährlichen Tribut versprach. Hierauf
vereinigte sich dieses ungar. Heer mit jenem, welches indessen Servien
verheerte, und beyde Heere machten nun eine Streiferey nach Dalma-
t'>l, Croatien und Slavonien, wo sie mehrere Städte, z. B. Agram,
Poschega, Vukovar, Spoleto und ganz Croatien ihrem Her-
zoge 395 unterwarfen. Indessen vereinigte sich der Bulgarenlönig
S i m e o n / um sich wegen der von den Ungarn erlittenen Nie-
derlage zu rächen, mit den Patzinaziten, fiel mit ihnen in Ateltusa
ein, verwüstete das Land, und tödtete oder verjagte die Ungarn
395. Als A. von dieser Niederlage hörte, begab er sich der gro-
ßem Sicherheit wegen mit den ungar. Großen auf die Donauinsel,
die nachher Oepely (Tschepelj) genannt wurde, und verweilte hier einen
ganzen Sommer. Hierauf beschloß er das Verlorne anderswo zu ersetzen.
Er sandte daher die Heerführer Zuard, Kadusa und Boyta mit
einem Heere, um Gladus, den Herrn des Landes an der Temes, von
Siebenbürgen und von der benachbarten Walachey, zu besiegen. Un-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie