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Leipz. 1718; und eine lateinische in 6 Bdn., Prag. 1761—82, von
Gelasius Dobner.
Hager, Ios., Architelturmaler, zu Preßnitz inBöhmen 1726
geboren, hielt sich meist in Prag auf, wo er auch 1780 starb. Von
ihm sind folgende Werke in Böhmen bekannt: Ein architektonisches Ge-
n'.älde an der Vorderseite der Domkirche zu Prag, welches er im frisch
aufgetragenen Mörtel 177 l gemalt. — Eine heil. Cacil ia über dem
musikalischen Chor in der St. Niclaskirche auf der Kleinseite in Prag
1760. Zu Weipernitz hat er die Pfarrkirche zu St. Adalberr
gemalt. Zu Neuschloß wurde die neuerbaute Gloriette mit einer
überaus schönen Frescomalerey von H. ausgez'ert, und in vielen ansehn-
lichen Gärten und Lustgebauden findet man gemalte Prospecte und archi-
tektonische Werke, in welchen er sich nach Pozzo hielt, von seiner
Hand.
Hager, Ios. , Orientalist, war geboren zu Mai land den
30. Apr. 1759 aus ursprünglich deutscher Familie. Seine ersten Stu-
dien legte er in Wien zurück. Später der Congregation der Propagc>n?
da in Rom zugesellt, erwarb er sich einen großen Sprachreichthum fast
aller lebenden Zungen Europa's, und machte sich zugleich die meisten
orientalischen Sprachen, vorzüglich aber arabisch und chinesisch eigen.
Nachdem er sich 2 Jahre in Constantinopel aufgehalten, dann Ita-
lien, Spanien, Frankreich, England, Deutschland und Holland be-
reiset hatte, erhielt er 1892 die Stelle eines königl. Bibliothekars in
Par is , 1806 ging er in Folge mehrer.er Collisionen mit verschiedenen
französischen Orientalisten, besonders, da er seines nicht entsprechenden chi-
nesischen Wörterbuches wegen entlassen wurde, als Professor der deutschen
Sprache nach Oxford; 1809 erhielt er die Lehrkanzel der orientalischen
Sprachen an der Universität zuPavia. Bald darauf wurde er als
Conservator an der großen Bibliothek zu Mai land angestellt. Er starb
zuPavia 1819. Von seinen Schriften, die im Allgemeinen viel Brauch-
bares, neben jedoch sehr groben Fehlern enthalten, vor denen ihn weder
sein großer Fleiß, noch seine sehr ausgebreiteten, jedoch nicht immer
gründlichen Kenntnisse bewahren konnten, sind folgende die bemerkend
wertbesten: Monument de ^ u , ou la plu« ancienne inscriptian lls
la lünine. Paris 1802. — ?antneon cninnis, ou parallele entre Ie
dulte relißieux de« (^recs et des (!ninoi5. eb. 1802, in welchem
Werke H. beweist, daß die Chinesen bereits den Griechen bekannt wa-
ren.— Nescription desMedaiiies cninnisez. eb. 1805. — ?l05pecM5
d'un di'sttinnnalre cninals, ek. 1805. — Nleinentz of tne ctnnese
langua^«. London 1806. — Meinoria sullabuszola orienwle. Pavia
1810, worin er den Chinesen die Erfindung des Compasses beylegt. —
Miniere dell' Oriente. Mailand 1816. In diesem Werke zeigte
er, daß die Türken ursprünglich mit den Chinesen in Verbindung
standen und viele Gebräuche von ihnen angenommen haben. — Ot>
«ervatinn sur Ia rezsernblance frappante c^ue I'nn decnuvre en^
tre la lanßue des Busses et celle des I^omains. eb. 181? , ein
an Hypothesen reiches Werk. Von dem gründlich gelehrten geistrei-
chen Iu l . Klaproth wurde H. hausig zurechtgewiesen. Eines seiner
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie