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den, und waren daher stets mit einiger Gefahr verbunden, indem man
oft mit Grund befürchten mußte, der Schuldner würde früher oder
später außer Stande seyn, seine Verbindlichkeiten zuzuhalten. Bey den
Lebensversicherungsgesellschaften sinden diese Besorgnisse durchaus nicht
Statt , denn sie sind einerseits vermög der großen Ausdehnung ihrer
Geschäfte in der Lage, höhere Renten als jeder Privat zuzusichern, auf
der andern Seite biethen sie dem Einlegenden durch ihr bedeutendes
Unternehmungs-Capital eine in jeder Hinsicht beruhigende Sicherheit
dar. Die Gesellschaft derAssicuraxioni^enerali Austro^Italiciie ge-
wahrt außer der in ihrer Verfassung begründeten Sicherheit noch insbe-
sondere den Vortheil, daß sie stets gerne bereit ist, jene Capitalien,
welche sie von dem für eine Leibrente versicherten Theilnehmer empfängt,
auf dessen Verlangen, mit pupillarischer Sicherheit anzulegen, so daß
jeder Versicherte, während seiner Lebenszeit noch eine Bürgschaft mehr
besitzt. Dieses Institut biether daher Jedermann ein sicheres einfaches
Mittel dar , den nachtheiligen Einflüssen, welche er aus geänderten
Zeitverhältnissen, Abnahme des Erwerbes, Tod oder andern Unglücks-
fallen, für seine oder seiner Angehörigen Vermögensumstande zu be-
fürchten hat, bey Zeiten durch eine kluge Fürsorge zuvorzukommen. Die
Lebensversicherungsansialt sichert demjenigen, der bey ihr seine Erspar-
nisse niederlegt, ein bestimmtes Einkommen, welches er nach Umstanden
entweder sich selbst, oder einer andern von ihm bestimmten Person, die
er versorgen will, zuwenden kann. Daß in Osterreich eine so wohlthä-
tige gemeinnützige Anstalt nicht schon früher entstand, davon liegt der
Grund hauptsächlich darin, daß zu ihrem Fortbestehen unumgänglich
eine solide Grundlage, d, i. ein bedeutendes Capital, welches demjeni-
gen, der ihr seine Ersparnisse anvertraut, hinlängliche Sicherheit bie-
thet, erforderlich ist. — Diese Schwierigkeit wäre nun durch die in
Triest bereits im Jahre 1332 unter der Firma: „Assicuraxioni (^e-
n^raii Austro-Italicne" entstandene Actien-Gesellschaft gehoben, wel-
che für die verschiedenen gesetzlich nicht untersagten Versicherungen, ein
mehr als hinreichende Sicherheit darbiethendes Stamm-Cavital besitzt.
In allen größern Städten der Monarchie sind ihre Agentschaften aufge?
stellt (in Wien ist die General-Agentschaft); und es dürften solche selbst
im Auslande errichtet werden.
Leber, Ferd. Jos. Edler v. , k. k. Leibwundarzt und Pro-
fessor, war den 31. Dec. 1727 zu Wien geboren. Er hörte die Gram-
matikalclassen mit Erfolg bey den Plansten, und ward dann zu einem
Wundarzt in die Lehre gegeben. — Zu L.'s großem Vortheil fügte es
sich, daß gerade damahls die Lehrkanzeln des chirurgischen Studiums mit
ausgezeichneten Meistern besetzt waren, in deren Schule er sich den theo-
retischen Theil der Kunst auf das vollkommenste aneignete. Nach absol-
virtem Curse kam der Jüngling als unentgeldlicher Practikant an das
Dreyfaltigkeitshospiral. Von welchem Nutzen ihm dieser practische Curs
war, erwies sich bey der 1751 mit ihm vorgenommenen strengen Prüfung
um das Magisterium der Chirurgie, welche mit der einmüthigsten Appro--
bation sämmtlicher Examinatoren als höchst gelungen anerkannt wurde.
In Folge dessen bewirkte ihm der berühmte vanSwieten kurz darnach
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie