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L ick l , Ca r l Geo rg . — L iebe l . 435
2Sonaten'für Pianoforte, wovon eine in Leipzig nachgedruckt wurde,
und eine Doppelsonate fürs Pianoforte und Harfe. Noch schrieb er eins
große Menge Balletmusiken, 2 Messen, eine Vesper und ein Miserere,
mehrere Symphonien, 12 Ouvertüren fürs ganze Orchester, und eine Men-
ge anderer Munk, wovon der Verfasser das Meiste in Manuscript besitzt.
Lickl, Carl Georg, geboren zu Wien den 28. Oct. 1301, er-
hielt in frühester Jugend den Unterricht im Pianoforte, auf der Violine,
und späterhin den des Generalbasses und der Compositionslehre von sei-
nem Vater (Johann Georg); excellirt als Künstler auf dem Piano-
forte und besonders auf der Physharmonica (ein Instrument, welches
in neuerer Zeit einen besondern Umschwung erhalten, und von dem ge-
schickten Orgelbauer J a c o b Deutsch mann, wesentlich verbessert
wurde), schrieb für beyde Instrumente, theils instructive, theils brillante
Compositionen, bestehend in Sonaten, Rondos und Variationen mit
und ohne. Begleitung. Für die Physharmonica erschien von demselben
ein Versuch einer Anleitung zur Kenntniß und Behandlung der Phys-
harmonica, und ein periodisches Werk: Cäcilie, Auswahl beliebter Ton-
stückefür die Physharmonica. L. lebt in Wien als k. k. Staatsbeamter
(Hofbuchhaltung - Rechnungs - Official).
Lickl, Ferdinand Carl , geboren zu Wien am 1. Sept.
1203, zeigte in seiner frühesten Jugend besonderes Talent zur Musik. Er
genoß den Unterricht im Pianoforte, auf der Violine und der Guitarre, dann
späterhin des Generalbasses und der Compositionslehre bey seinem Vater
(Johann Georg), und brachte es durch fortwährende Übung und
eifriges Studium zum Virtuosen, besonders auf dem Pianoforte. Sein
Spiel ist äußerst brillant. In seinen Compositionen zeigt er sich nicht
allein als geistreicher und gewandter Bearbeiter, sondern auch als begei-
sterter Erfinder. Seine Werke, deren er eine große Anzahl geschrieben
hat, bestehen in 2 Pianoforte-Concerten, vielen Bravour-Variatio-
nen, Rondos und noch verschiedenen andern Compositionen für das Pia-
noforte. Nebstbey existiren von ihm: 2 Opern, 1 Messe, 1 großes Re-
quiem und noch mehrere andere kleinere und größere Instrumental-Com-
positionen. Er lebt gegenwärtig in Triest.
Lickl, Johann Georg, geboren zu Korneuburg den I I .
April 1769, ist Capellmeister bey der Cathedralkirche zu Fünfkirchen
in Ungarn, und berühmt durch eine große Anzahl von Instrumental-und
hauptsachlich Kirchencomposttionen, worunter sich besonders seine großen
bekannten Messen, in C, Es-äurund D-moll auszeichnen. L. schrieb
nebstbey mehrere instructive Clavier-Compositionen und Sextetten für
Harmonie-Instrumente.
Liebel, I g n . , k. k. Professor der Ästhetik, der schönen Künste
und Wissenschaften. Er ward 1754 zu Falken au in Böhmen von ar-
men Altern geboren, und kam 1773 nach W ien , wo er seine Studien
vollendete. 1784 erhielt er durch Concurs die Stelle eines,. Repetitors
im Theresianum, und trug zugleich an der Universität die Ästhetik und
Philologie durch alle 3 Jahrgange der Philosophie vor; 1790—91
ward er provisorischer Professor der oben genannten Wissenschaften an
der Wiener Universität, und 1792 als wiftl. Professor derselben ange.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie