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bey S t . W^olfgang hinter dem Schwarzensee war sonst ein Marmor-
bruch mit einer Marmorschleifmühle, die jedoch jetzt beyde aufgegeben
sind. Das berühmte Grabmahl Kaiser Friedrich's I I I . bey S t . Ste-
phan in Wien ist aus Salzburger M. verfertigt. — In Ty ro l
gibt es ebenfalls viele Marmorbrüche. Weißer M. findet sich am Bren-
ner, mitunter vou der größten Schönheit, ferner zuOberbera, Ster-
z ing, Ahrn , bey Quadern nächst Meran u. s. w., rosenro-
cherund bläulicher wird ebenfalls zu Oberberg gebrochen, schwarzer zu
F reundsb erg unweitSchw atz, dannzuB ürs und Sch unpfau im
Vorarlberg'schen, rother zu Weidr ing und am Lech, grauer bey
Z i r l im Oberinnthal und bey Schoppernau im Vorarlberg'schen,
rother und weißlicher in großer Menge bey T r i en t , vieler einfarbiger
und bunter M. zu Mor i und B r e n t o n i c o . Erst neuerlich ent-
deckte man vortrefflichen M. in unerschöpflicher Menge bey Pre-
dazzo im Fleimsthale. Eine Art von Mergel-M. trifft man bey
Arco, welcher ziemlich gute Politur annimmt, und unter Napoleon's
Regierung stark nach Ma i l and verführt wurde, da man daraus die
Statuen für das Pantheon arbeitete. — Steyermark liefert M. von
den verschiedensten Abänderungen an Farbe und Feinheit. Merkwürdig
ist der schöne weiße M. vom Bacher und aus den Wildalpen, dann
jener von St . Lanibrecht, aus der Elsenau, den Admontergebir-
gen:c. — I n I l l y r i e n wird ebenfalls vieler M. gebrochen, beson-
dersgroß ist die Menge desselben, welcher in den Gebirgen südlich von der
Dräu und in ganz Kram in zahlreichen Varietäten vorkommt. Von vor-
züglicher Schönheit ist der opalisirende Muschel-M. aus Karnthen,
der sich jedoch nur in geringer Menge vorfindet, und deßhalb meist nur
zur Bereicherung von Mineraliencabineten gebrochen wird. Auch zu
Sagrado unweit OradisEa findet sich M. mit zuweilen sehr in-
teressanten Versteinerungen. Die Marmorbrüche in Istrien und auf
den Felseninseln Brioni werden seit vielen Jahrhunderten benutzt, und
lieferten die Bausteine für Venedig. Am Valentiniberge bey Gö'rz
wird schöner ^öthlicher M. gebrochen, auch die Insel Veglia besitzt
mehrere Marmorbrüche, soauchDuino, Castua:c. — InderLom-
bardie gibt es M. in großer Menge. Häufig wird der schwarze
M. und der sogenannte Occhiadino von Varen a, der weiße von Mus«
so, der Muschel - M. von Tremezzo verarbeitet, edlen M. bricht
man ober Mande l l o , bey V ig i u und a. O.; der schwarze M.
von^T r e m o s i n e wird, da er eine sehr^fchönc Politur annimmt,
häufig verschickt. Der M. von P iane l lo und Musso am Comersee
ist ebenfalls berühmt, und gab die Steine zur Erbauung der Cathedral-
kirche in Como. — Im V en e tianisch en besitzen die Provinzen
Verona, Vicenza und Velluno den größten Reichthum an M. , zu
S. Ambrogio und Romagn ano bricht man rothen M . , zu S.
Giorgio rothen und gelben, zu Chiusa rothgeäderten, zu Lugo
schwärzlichen und rötblichen mit Flecken, zu P iegara , Cerro und
Preosa weißen, zuParagon schwarzen M.; viele andere Brüche wer-
den nicht immer bearbeitet. Im Veronesischen findet man auch körnigew
oder salinischen M. , welcher dem carrarischen ähnlich ist. — In Pöh
Oestcrv. Nat. Encyll. Vd. 511. 27
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie