Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
National-Enzyklopädie
Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Volume 3
Page - 604 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 604 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Volume 3

Image of the Page - 604 -

Image of the Page - 604 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Volume 3

Text of the Page - 604 -

Maximilian l., röm.-deutscher Raiser. nam wurde, seiner Anordnung gemäß, in den schon fertig stehenden Sarg, welchen er schon seit mehreren Jahren allenthalben mit sich geführt hatte, gelegt und in der Schloßkirche zuWiener - Neustadt neben seiner geliebten Mutter Eleonore unter dem Hochaltäre so begraben, das; Kopf uud Herz unter die, Füße des messelesenden Priesters zu liegen kamen. Seine Erben in Osterreich waren seine Enkel Car l (zugleich Herr der Niederlande und König von Castilien undArragonien)undFer« din and, welcher in der Folge seinem Großvater das berühmte Grab- mahl in der Hofkirche zu Innsbruck setzen ließ. — Wie M. Freund ulld Kenner der Wissenschaften und Künste im reichsten und edelsten Sin- ne war, so hatten sich nicht nur viele Kunstler, Gelehrte und Kriegshel- den seiner Aufmunterung und Unterstützung, sondern auch einige der ausgezeichneteren seines nähern Umganges, ja seiner Freundschaft zu erfreuen. Unter Letzteren sind besonders Albrecht Dürer , die Cra- nach, Wi l iba ld Pirkheimer, der gelehrte Cuspin ian, Con- rad Celtes, der wackere G eo rg Fronsperger u. A. anzuführen. Weit entfernt, wissenschaftliche Aufklärung als eine Feindinn der öffent- lichen Ruhe unterdrücken zu wollen, benutzte er sie vielmehr zum Glanz und Glücke seines Reiches und verachtete nur jene Wissenschaften,^ die nach seiner richtigen Ansicht die Geister mehr verwirren und vom gesunden Verstande ableiten, als sie zum Rechten zu führen und wahrhaft Nütz- liches zu befördern. Wo er einen Gelehrten fand, der sich in seinem Fa- che wirklich auszeichnete, konnte derselbe, ohne Rücksicht auf hohe oder niedere Geburt seiner Auszeichnung gewiß seyn. „Billig ziehe ich diejeni- gen vor," sagte er, „welche die Narur selbst vorgezogen hat." Auf d?n Reichstagen genoffen die Gelehrten grosier Auszeichnung. So durften siez. B. auf jenem zu Freyburg 1493 Gold auf ihren Mützen und Wämsern tragen, wo hingegen dem niederen Adel nur Silber gestattet war. Seit dieser Zeit fing auch der Adel an, die Wissenschaften für seine vorzüglichste Zierde zu halten, welche er früher in den rohen Zeiten des Faustrechtes auf das tiefste verachtet hatte. Selbst äußerst wissenschaft- lich gebildet und durch den Umgang mit den erlesensten Geistern un- ter seinen Zeitgenossen angeregt, konnte es auch nicht fehlen, daß sich M. selbst auf Schriftstellerey verlegte, doch dicrirte er größtentheils und hielt es dabey auch für unziemlich, als großer Monarch unter seinem eigenen Nahmen als Schriftsteller, oderauch schon nur als Held in seiner eigenen Lebensbeschreibung aufzutreten, die wir treff- lich erzählt, unter dem Nahmen: Der weiße Kunig (s. d.), voll von Pseudonymen besitzen. Er dictirte sie seinem Secretär M. Treitz- saurwein (s. d.) und sie reicht bis an das Jahr 1513. Eine Geschichte seiner Abenteuer verfaßte, ebenfalls voll von allegorischen Nahmen, 1517 Melchior Pf inz ing (s. d.) unter dem Titel: Thewrdankh. Außerdem schrieb M. auch ein Buch von der Natur einiger Thier.'. Gro- ße Sorgfalt verwandte M. auch, im Gefühle seiner hohen Würde und mit Recht seiner alten Abkunft und des Glanzes seines Hauses sich be- wus;t, auf die Abfassung der Ahnentafeln desselben; als jedoch ein Ta- delsüchtiger seines Hofes folgende Verse an die Wand schrieb: „Als Adam hackt' und Eva spann. Wo war damahls der Edelmann?"
back to the  book Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Volume 3"
Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Volume 3
Title
Österreichische National-Enzyklopädie
Subtitle
Buchstabe I-M
Volume
3
Authors
Franz Gräffer
Johann Czikann
Publisher
H. Strauß
Location
Wien
Date
1835
Language
German
License
PD
Size
13.3 x 22.0 cm
Pages
768
Keywords
Nachschlagewerk, Biografien
Categories
Lexika National-Enzyklopädie
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Österreichische National-Enzyklopädie