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i iAl m e l e g n a n o. — :n e l n l k.
die beyden Kalkhöhlen Ostasevizza und Movrizza liegen. Erstere bildet
große Wölbungen voll 80 Klafter Lange, 60 Klafter Breite und 50
Höhe. Letztere hat eine bedeutende Tiefe in den Berg hinein und ent,
hält sehr schöne Trovfsteinbildungen. An der Nordseite der Insel ist der
HafenPalazzo, einer der besten an den dalmatinischen Küsten, auch ent«
hält sie hier und da noch Überreste von Gebäuden aus der ältesten Zeit.
Melegnano (Marignano), lombard. Marktflecken in der De-
legation M a i l a n d , mit einer steinernen Brücke über den Lambro und
4,000 Einwohnern. — König Franz I. von Frankreich gewann hier
1515 eine Schlacht gegen die Schweizer.
Melk , ein kleiner Fluß in Niederösterreich, der vom Markte
Melk seinen Nahmen erhalten hat, entspringt östlich von Scheibs
in der Nahe des Starzberges, windet sich durch "in enges Thal, theils
nordlich, theils nordöstlich hinab nach Oberndorf, wo dre Gegend sich
bedeutend erweitert, setzt dann seinen Laus nordöstlich fort bis nach St .
Leonhard, wo er sich in einer nicht unbeträchtlichen Krümmung nach
Nordwest und in einer zweyten durch Berge eingeengten Krümmun.q wie«
der nach Nordost wendet, bey Matzleinsdorf eine weitere Thalge-
gend erreicht und sich in geringer Entfernung ober dem Markte Melk
in die Donau mündet. Dieser Fluß hat im Ganzen eine Länge von 5
geograph. Meilen.
Melk (Molk) , mederösterr. Marktflecken im V. O. W. W. an
der Donau mit 1,200 Einw., dann einer auf einem felsigen Granithü«
gel 1720—32 vonPrandau er neu erbauten prächtigen Benedictiner-
abtey, welche das schönste Stiftsgebaude in Niederösterreich ist. Dieselbe
wurde jedoch schon 934 von Leopold dem Erlauchten gegründet,
und hat ein Gymnasium (von Kaiser Joseph I I . aufgehoben, jedoch
1804 wieder hergestellt), eine theologische Lehranstalt und ein Convict
für arme Studirende. Die Kirche ist prächtig, die Bibliothek enthalt an
20,000 Bande und ist sehr reich an Handschriften und Urkunden aus dem
13. und 14. Jahrhunderte, auch eine nicht unbeträchltiche Münzen-,
Mineralien- und Conchyliensammlung ist vorhanden. Der Ort selbst ist
einer der ältesten und berühmtesten in der österr. Geschichte, schon die
Römer sollen hier auf dem Felsen ihre Festung Nomare erbaut haben.
M. war die Residenz der ersten Markgrafen aus demBabenber g'schen Ge-
schlechte bis zu Le?vold dem Hei l igen und viele derselben, sowie
auch St . Colo m an, liegen hier begraben. Das Stift besitzt sehr rei-
che Dotationen und auch ein schönes Haus, Melkerhof genannt, in
Wien. Unter den gelehrten Schriftstellern M.'s zeichnen sich aus:Pez,
Hueber, Kröpf , Enk, Keibl ing er :c. (s. d.) .
Melnik, böhm. königl. Leibgedingstadt im Bunzlauer Kreise auf
einen Hügel am rechten Ufer der Elbe. Sie hat 1,37 l Einwohner, die
si h mit Weinbau und einigem Handel beschäftigen. Der hier wachsende
Wein ist der berühmteste in Böhmen. Es gibt weißen und rothen Melniker,
letzterer ist der vorzüglichste, und kommt in sehr warmen Jahren, ge-
hörig behandelt, dem Burgunder nahe, jedoch mit einem ihm eigenen
lieblichen Geschmack; in weniger warmen Ichren hat er weniger Geist,
und ist daher Personen, denen geistige Getränke nicht zusagen, seiner
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Volume 3
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe I-M
- Volume
- 3
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 768
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie