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zelne Religiösen zu Weihenstephan bey Freysing, wo er Sing-
knabe war, und dann siudirte er die untern Schulen und Philosophie zu
Frey sing, trat 1733 in das erzbischöfi. Priesterseminarium zu S a l z-
burg , und erhielt da die zu einem katholischen Weltpriester erforderliche
Bildung. 1792 ward er Priester und Curat. Da er sich aber den
Rechtswissenschaften widmete, so blieb er noch bis 1794 im Priesterhau-
se, wo er ex univer50 jure Thesen defendirte, und eine wohlaufgenom-
mene Abhandlung schrieb, welche dann auch auf Kosten des Seminars
im Drucke erschien. T. ward s.^ann auf dem Lande als Seelsorger
exponirt, kam 1799 als solcher in die Stadt Sa lzbu rg , wo er im
Predigtfache 1801—2 seine schriftstellerische Laufbahn begann. Er reiste
als Hofcaplan mi tHieronymus Col loredo, Erzbischof zuSal z-
burg nach Wien , ging aber von da noch vor Verlauf eines vollen
Jahres nach Sa lzburg zurück, wo ihm von der Regierung Vorle-
sungen über Pädagogik und Didactik zu halten aufgetragen, und das
Canonicat zu Matrsee verliehen wurde. — Seine in München
anonym erschienene Druckschrift: Der transcendentale Idealismus in
seiner dreyfachen Steigerung :c. gründete seinen Ruf im Fache der Phi-
losophie, und seine Vocation an die Universität Lands Hut, als öf-
fentlicher ordentlicher Lehrer der Logik, Metaphysik, Anthropologie und
Geschichte der Philosophie daselbst. Mit Anfang des Studienjahres
1807—3 wurde er an des abgehenden Professor Zimmer's Stelle
zum Professor der Dogmatik ernannt, und las nach Wiest. Für das
Sommersemester 1803 kam er als Professor der Philosophie an die Uni-
versität zu I n n s b r u ck. — Nachdem durch Entschließung vom
25. Nov. 1810 die Universität zu Sa lzbu rg aufgehoben, und ein
Lyceum statt ihr errichtet wurde, so kam T. in Folge derselben Ent-
schließung als Professor der Philosophie an dieses Lyceum / und zwar
mit Beybehaltung seines bisherigen Ranges, Charakters und Gehaltes,
und wurde dann vom Kaiser von Osterreich in gleicher Eigenschaft über-
nommen, und späterhin befördert. ' Seine vorzüglichsten Schriften
sind: Über das Vogteyrecht im Allgemeinen, mit Anwendung auf das
hohe Erzstift Salzburg, Salzburg 1794. — Der transcendentale
Idealismus in seiner dreyfachen Steigerung, oder Kant's, Fichte's,
Schelling's philosophische Ansichten, nebst des Verfassers Ansicht und
Beurtheilung, München 1305. — Die Idee des Organismus, ange-
wandt auf das höhere Lehrgeschäft, eb. 1306. — Lehrbuch der Logik
und Metaphysik, 2 Thle. eb. 1803. — Encyklopädisch-methodologi-
sche Einleitung zum akademisch-wissenschaftlichen Studium der positiven
Theologie, insbesondere der katholischen, eb. 1809. — Versuch einer
möglichst stattlichen Darstellung der absoluten Identitatslehre, eb. 1810.
— Versuch einer wissenschaftlichen Darstellung der allgem. pract. Phi-
losophie und des Naturrechtes und der absoluten Identitätslehre für
akademische Vorlesungen, 2 Thle., Salzburg 1811—22. — Wissen-
schaftliche Aphorismen der katholischen Dogmatik, eb. 1816. T. war
Mitarbeiter an Graser's Archiv für Staat und Kirche, lieferte viele
Recensionen über philosophische, pädagogische, theologische und musikali-
sche Schriften in die oberdeutsche Literaturzeitung, so wie er an der Uni-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Volume 5
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe See-V
- Volume
- 5
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 604
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie