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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe See-V, Band 5
Seite - 326 -
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826 T h a n n e r. zelne Religiösen zu Weihenstephan bey Freysing, wo er Sing- knabe war, und dann siudirte er die untern Schulen und Philosophie zu Frey sing, trat 1733 in das erzbischöfi. Priesterseminarium zu S a l z- burg , und erhielt da die zu einem katholischen Weltpriester erforderliche Bildung. 1792 ward er Priester und Curat. Da er sich aber den Rechtswissenschaften widmete, so blieb er noch bis 1794 im Priesterhau- se, wo er ex univer50 jure Thesen defendirte, und eine wohlaufgenom- mene Abhandlung schrieb, welche dann auch auf Kosten des Seminars im Drucke erschien. T. ward s.^ann auf dem Lande als Seelsorger exponirt, kam 1799 als solcher in die Stadt Sa lzbu rg , wo er im Predigtfache 1801—2 seine schriftstellerische Laufbahn begann. Er reiste als Hofcaplan mi tHieronymus Col loredo, Erzbischof zuSal z- burg nach Wien , ging aber von da noch vor Verlauf eines vollen Jahres nach Sa lzburg zurück, wo ihm von der Regierung Vorle- sungen über Pädagogik und Didactik zu halten aufgetragen, und das Canonicat zu Matrsee verliehen wurde. — Seine in München anonym erschienene Druckschrift: Der transcendentale Idealismus in seiner dreyfachen Steigerung :c. gründete seinen Ruf im Fache der Phi- losophie, und seine Vocation an die Universität Lands Hut, als öf- fentlicher ordentlicher Lehrer der Logik, Metaphysik, Anthropologie und Geschichte der Philosophie daselbst. Mit Anfang des Studienjahres 1807—3 wurde er an des abgehenden Professor Zimmer's Stelle zum Professor der Dogmatik ernannt, und las nach Wiest. Für das Sommersemester 1803 kam er als Professor der Philosophie an die Uni- versität zu I n n s b r u ck. — Nachdem durch Entschließung vom 25. Nov. 1810 die Universität zu Sa lzbu rg aufgehoben, und ein Lyceum statt ihr errichtet wurde, so kam T. in Folge derselben Ent- schließung als Professor der Philosophie an dieses Lyceum / und zwar mit Beybehaltung seines bisherigen Ranges, Charakters und Gehaltes, und wurde dann vom Kaiser von Osterreich in gleicher Eigenschaft über- nommen, und späterhin befördert. ' Seine vorzüglichsten Schriften sind: Über das Vogteyrecht im Allgemeinen, mit Anwendung auf das hohe Erzstift Salzburg, Salzburg 1794. — Der transcendentale Idealismus in seiner dreyfachen Steigerung, oder Kant's, Fichte's, Schelling's philosophische Ansichten, nebst des Verfassers Ansicht und Beurtheilung, München 1305. — Die Idee des Organismus, ange- wandt auf das höhere Lehrgeschäft, eb. 1306. — Lehrbuch der Logik und Metaphysik, 2 Thle. eb. 1803. — Encyklopädisch-methodologi- sche Einleitung zum akademisch-wissenschaftlichen Studium der positiven Theologie, insbesondere der katholischen, eb. 1809. — Versuch einer möglichst stattlichen Darstellung der absoluten Identitatslehre, eb. 1810. — Versuch einer wissenschaftlichen Darstellung der allgem. pract. Phi- losophie und des Naturrechtes und der absoluten Identitätslehre für akademische Vorlesungen, 2 Thle., Salzburg 1811—22. — Wissen- schaftliche Aphorismen der katholischen Dogmatik, eb. 1816. T. war Mitarbeiter an Graser's Archiv für Staat und Kirche, lieferte viele Recensionen über philosophische, pädagogische, theologische und musikali- sche Schriften in die oberdeutsche Literaturzeitung, so wie er an der Uni-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe See-V, Band 5
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe See-V
Band
5
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
604
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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