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ffen, kaum mit dem Vergrößsrungsglase bemerkbaren gediegenen Gold-
theilchen enthält, so wird alles durchaus gepocht und geschlämmt, um
die erzigen Theile nach Absonderung der' erdigen Beymengungen in so-
genannten Kies- und Silberschlichen in die Enge zu bringen, und das
gediegene G. von den letztern abzuscheiden, welches G. dann Müblgold
genannt wird. Das gewonnene G. wird meistentheils in der Kremnitzer
Münze verarbeitet,-die durch die in ihr geprägten Ducaten durch ganz
'Europa berühmt ist.-^ In Böhmen, wo einst, alten Chroniken zu
Folge, unermeßliche Quantitäten von G. ausgebeutet wurden, ist ge-
genwärtig der Ertrag von geringer Erheblichkeit. Der Gold^au zu Eu-
le, der nach'Balbin vordem in einem einzigen Quartale 300,000
böhmische Goldgulden geliefert haben soll, gewährt kaum mehr einen
Schatten von Bedeutenheil j die Menge des G.es, die man noch heut
zu Tage bey Eul e, Berg reichen stein und bey Gutwasfer nahe
an Budweis gewinnt, ist durchaus nicht von Belang. Übrigens wird
lauch in der Wottawa etwas Gold gewaschen. — Im Salzburger Kreise
Österreichs ob der Enns ist der ehemahligereiche Bergsegen eben-
falls fast ganzlich verschwunden, nur an einigen Orten, z.B. am Rad-
hausberge in Gastein, am hohen Gsldberge in Raur i s , zu Hirz-
bach in der ^usch, zu Schellg aden :c. besteht noch Ooldbau, aber
mit geringer Ausbeute. B eck st ein, in dessen Poch - und Waschwerken,
die 30—25 Wochen des Jahres im Gange sind, das im«Rodhausberge
gewonnene Gold- und Silbererz gepocht und gewaschen wird, liefert
gegenwärtig nicht mehr alöH5—40 Mark durch Amalgaminrung ausge-
brachtes G. und in den Erzen und Schlichen bey 350—400 Mark goldi-
sches Silber (wovon die Mark IH bis 2 Loth G. enthält). Die Schmelz-
hütte zu Lend, die größbeim Lande, gibt jahrlich nur 450-^-525
Mark goldisches Silber (in der Mark 2 bis 2Z Loth G.), welches wie
das vorige, nach Sa lzburg abgeführt wird. Die Goldwäscherey an
der Salza und Gasteiner - Ache ist ebenfalls wenig ergiebig. — I n
Steyermark findetman nur im Silber von Ebl ern und im San-
de der Dräu etwas G . — I n Tyro l kommt theils gediegenes, theils
vererztes G. , aber immer nursparsam eingesprengt, vor, man baut auf
G. nur nochimZillerthalo und zwar am Hainzen- und Rohrberge und an
der Scheibenwand, aber großtentheils mit Einbuße. Das, Metall wird
mittelst Amalgamation der zu Schlich gepochten Erze ausgebracht, und
die hierbey abfallendenHinwurfschlichein derHauprhütte zuBr ix legg
verschmolzen. Die ebemahliqen Goldbauer am Patscherkofel, äm rechren
Ufer des Inns und bey S t i l fs sind seit vielen Jahren aufgelassen, so
wie auch die Goldwäscherey im Weerthale schon seit mehreren Jahren
nicht mehr- betrieben wird. — In Kärnthen wurde edemayls stark
auf O. gebaut, aber die Goldbergwerke bey Döl lach im Oberkirch-
heimerthale und auf der Südseite der Tauernkette zwischen dem Glock-
ner und den Malnitzertauern sind längst eingegangen, später ward noch
am Fleußbache G. gewaschen, der sich bey Hei l igen blut in die
Moll ergießt. — In Gal iz ien kommt nur in sehr unbedeutender
Menge G. im Sandecer Kreise und als Fwßgold in der sogenannten gol-
denen Bistricza bey Kir l ibaba vor. — In den übrigen Provinzen
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe W-Z, Volume 6
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe W-Z
- Volume
- 6
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 668
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie