Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Technik
Pflegeroboter
Page - 145 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 145 - in Pflegeroboter

Image of the Page - 145 -

Image of the Page - 145 - in Pflegeroboter

Text of the Page - 145 -

1458 Wege zu verantwortungsvoller Forschung und Entwicklung … Pflegesituation – und zwar aus einem ganzheitlichen Blickwinkel, schließlich müs- sen sich neue Hilfsmittel im Gesamtkontext der Pflege bewähren (vgl. Elsbernd et al. 2015, S. 70) – können anschließend technische Unterstützungsbedarfe abgeleitet wer- den. Es liegt auf der Hand, dass dieses Unterfangen den technischen Blickwinkel bei Weitem sprengt, vielmehr von fundamental interdisziplinärer Art ist: Von Bedeutung ist insbesondere die sozialwissenschaftliche, arbeitswissenschaftliche und pflege- wissenschaftliche Expertise. 2. Partizipative Technikgestaltung: Die Nutzerperspektive gilt es nicht nur bei der Bedarfserhebung (wie oben skizziert) zu berücksichtigen, sondern sie ist auch bei der konkreten Technikgestaltung einzubeziehen – schließlich sollen ja Lösungen resul- tieren, die die Bedürfnisse und Wünsche der Nutzer optimal abbilden und auf ent- sprechende Akzeptanz stoßen. Methodisch kann dies beispielsweise mit dem Ansatz des szenariobasierten Designs erreicht werden: Technische Einsatzszenarien, die auf Grundlage der Bedarfserhebung entwickelt wurden, werden dabei anschaulich dar- gestellt und mit den Nutzern abgestimmt. Die partizipative Ausrichtung der Bedarfs- orientierung lässt sich konzeptionell im constructive technology assessment verorten, ein Ansatz, der von der unauflösbaren Verwobenheit technischer sowie gesellschaft- licher Entwicklungen ausgeht (Weinberger und Decker 2015, S. 37 f.). 3. Iterativer Wissenstransfer: Die bedarfsorientierte Technikentwicklung beginnt mit der Bedarfserhebung und endet bestenfalls mit einem innovativen Produkt, das zur Verbesserung der Pflege beitragen kann. Der Weg, der dahin führt, ist allerdings kein geradliniger: Neben den ermittelten Bedarfen gilt es notgedrungen auch Aspekte der technischen sowie später auch der betriebswirtschaftlichen Machbarkeit zu berück- sichtigen, sodass die realisierten Lösungen über die verschiedenen Entwicklungsstufen hinweg (Produktvision, Umsetzungskonzept, Prototyp, Pilotanwendung) immer wie- der neu auf ihre Bedarfsadäquanz hin zu befragen (und ggf. entsprechend anzupassen) sind. Das Resultat ist, im Idealfall zumindest, eine „Wissenstransferschleife“, in der die Perspektiven der relevanten Akteure – Nutzer, Techniker, Produktdesigner, Herstel- ler – iterativ miteinander verwoben sind (Derpmann und Compagna 2009, S. 20). Die hohen methodischen Anforderungen an bedarfsorientierte Innovationsprozesse sollten deutlich geworden sein. Der Bedarfsorientierung inhärent ist zudem ihre Ergeb- nisoffenheit: Welche der ermittelten Bedarfe sich letztendlich technisch erfüllen lassen, ist aufgrund des iterativen Vorgehens vorab nicht planbar. Dies weist der öffent- lichen Forschungsförderung insbesondere in den frühen, produktfernen Stadien eine ent- scheidende Rolle zu, da privatwirtschaftliche Akteure zu diesem Zeitpunkt aufgrund der verbundenen Investitionsrisiken in der Regel kaum zu größerem finanziellem Engage- ment bereit sind. Insgesamt ist zu beobachten, dass die Forschungspolitik in den letzten Jahren tat- sächlich partizipativen und bedarfsorientierten Ansätzen zunehmend größere Aufmerk- samkeit geschenkt hat, ja mehr noch, diese sogar verstärkt in ihre Forschungsprogramme integriert. So wurde in „Horizont 2020“, dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU,
back to the  book Pflegeroboter"
Pflegeroboter
Title
Pflegeroboter
Author
Oliver Bendel
Publisher
Springer Gabler
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-658-22698-5
Size
17.3 x 24.6 cm
Pages
278
Category
Technik
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Pflegeroboter