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Pflegeroboter
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1699 Pflegeroboter: Analyse und Bewertung aus Sicht … Beziehungsarbeit durch freundliche Companions ersetzt werden kann und darf. Dies ist nicht nur eine ethische, sondern auch eine arbeitssoziologische und -psychologische Frage angesichts mindestens dreier charakteristischer Phänomene: der zyklischen Organisationsform von Pflege, bestimmter affektueller Charakteristika der Tätigkeit sowie jener phänomenalen Besonderheiten einer leiblichen Responsivität ( Waldenfels 1994): einer Gegenseitigkeit des Fühlens und Gefühltwerdens, des Berührens und Berührtwerdens – was im Übrigen von hohem therapeutischen Wert ist. Die Ein- beziehung von Assistenzsystemen in pflegerische Arbeitsprozesse wird sich als produk- tiv oder entlastend nur dann erweisen, wenn dadurch jene originären, in einer leiblichen Intentionalität fundierten multisensorischen Wahrnehmungsfähigkeiten nicht nur nicht angetastet, sondern einen größeren Entfaltungsspielraum erhalten werden (vgl. Oleson 2006). Diese phänomenalen Besonderheiten sind u. a. der Grund jener Ambivalenzen von Pflegefachkräften bei der Bewertung des Einsatzes von Überwachungstechnologien bei pflegebedürftigen Personen (Pols 2012). 9.3.5 Zum Einsatz autonomer Assistenzsysteme in der Pflege Bezüglich des Einsatzes von Robotern möchten wir zunächst eine provisorische Unter- scheidung vornehmen zwischen Assistenzrobotern, Therapierobotern und Interaktions- robotern. Zu den Assistenzrobotern werden im Allgemeinen diejenigen gerechnet, welche die Medikation unterstützen (zeitlich sicher programmierte Abgabe fest program- mierter Dosen von Medikamenten). Ferner der als Care-O-bot 4 entwickelte Roboter, der manuelle Tätigkeiten (Greifen, Anreichen) ausführt und z. B. das Anreichen von Spei- sen und Getränken auf Kommando ausführt. Schließlich ein intelligenter Pflegewagen, der auf Anforderung herbeirollt, Pflegeutensilien vorrätig hält und ihren Verbrauch dokumentiert, um stets vollständig bestückt und einsatzbereit zu sein. Zu den Assistenz- robotern gehören auch die zur physischen Alltagsunterstützung in der häuslichen und stationären Pflege wie Heben und Tragen eines Patienten entwickelten Systeme. Unter diese Kategorie fallen ebenso Exo- oder Außenskelette, also Mensch-Maschine-Sys- teme, welche menschliche Intelligenz mit maschineller Kraft kombinieren, indem sie die Bewegungen des Trägers unterstützen oder verstärken. Exoskelette sollen zukünftig vor allem dort zum Einsatz kommen, wo menschliche Arbeit nicht sinnvoll durch Automatisierung oder Robotik-Systeme ersetzt werden kann. Hierzu zählen bestimmte Arbeitsprozesse in der industriellen Produktion, beispiels- weise in der Automobilbranche, aber auch körperlich schwere Arbeiten im Baugewerbe, der Logistik oder im Pflegebereich. Schließlich können den Assistenzrobotern auch bestimmte Tracking-Systeme zugerechnet werden, deren Einsatz vor allem der örtlichen Selbst- oder Fremdkontrolle kognitiv eingeschränkter, möglicherweise an einer leichten Demenz leidender Personen dient. Zu den Therapierobotern gehören zum Beispiel diejenigen, die die Mobilität unter- stützen. Zu denken ist hier beispielsweise an einen im Projekt ROREAS entwickelten
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Pflegeroboter
Title
Pflegeroboter
Author
Oliver Bendel
Publisher
Springer Gabler
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-658-22698-5
Size
17.3 x 24.6 cm
Pages
278
Category
Technik
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