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Pflegeroboter: Analyse und Bewertung aus Sicht …
macht“, denen er auf verschiedenen Ebenen des Daseinsvollzugs zugute kommen soll,
sind ebenso wenig von der Hand zu weisen wie Fragen, mit welchem Recht GefĂĽhls-
zustände stark vulnerabler Patienten bzw. Bewohner künstlich manipuliert werden dür-
fen, einzig um einen ohnehin flĂĽchtigen Beruhigungszustand zu erreichen. In welchem
Ausmaße dürfen überhaupt robotische Systeme die persönliche Präsenz und lebendige
Interaktion von Pflegefachkräften substituieren? Wenn die persönliche Begegnung mit
Menschen in Bedrängnis eine elementare Voraussetzung professionellen Handelns ist
(wodurch Ansätze von Telehealth oder Telenursing auf ihren menschengemäßen Radius
zurĂĽckgeschraubt wĂĽrden), so stellt sich die bis dato viel zu wenig beachtete Frage, unter
welchen Voraussetzungen der technischen Entwicklung robotischer Systeme genau diese
Sphäre zwischenmenschlicher Begegnung praktisch aufgewertet und verbessert wer-
den könnte (Demand-Pull-Orientierung). Die kontinuierliche Einbindung von möglichen
Leistungsempfängern (einschließlich pflegenden Angehörigen) sowie professionellen
Akteuren in die Technikentwicklung ist allein schon aus ethischen GrĂĽnden geboten.
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Transcript.
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