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256 N. Döring 5. Partnersexualität 6. Nutzung von sexuellen Dienstleistungen 7. Finanzielle Mittel für Sexspielzeug und sexuelle Dienstleistungen Die Bedürfnisse von älteren und auch sehr alten Menschen werden ähnlich beschrieben (Brähler und Berberich 2008; Grond 2011). Insbesondere ist die Vorstellung unzutreffend, dass ältere Menschen weitgehend asexuell leben. Umfragen zeigen, dass neben der Solosexualität mehr als die Hälfte der 70-Jährigen (Beckmann et al. 2008) und knapp ein Drittel der 77-Jährigen Partnersexualität praktizieren (Matthias et al. 1997). Auch Hochbetagte mit Demenzerkrankungen artikulieren sexuelle Wünsche (Sramek 2015), wobei diese bei stark fortgeschrittener Erkrankung zurücktreten (Mück 2013). Die sexuellen Selbstbestimmungsrechte der Bewohner_innen stellen Pflegeeinrichtungen vor die Herausforderung, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen (Grond 2011; Van der Vight-Klußmann 2014), etwa genügend Privatsphäre durch von innen abschließ- bare Zimmer, die Akzeptanz von romantischen und sexuellen Paarbeziehungen zwischen Bewohner_innen oder auch die Bereitstellung von Pflegedoppelbetten. Betrachtet man aktuelle Leitlinien zum Umgang mit Sexualität in Einrichtungen der Seniorenpflege, so zeigt sich eine wachsende Sensibilität für die sexuellen Selbst- bestimmungsrechte der Menschen mit Pflegebedarf – auch in kirchlichen Einrichtungen (z. B. BTT-Gruppe 2016). Gleichzeitig werden aber auch die Grenzen deutlich, etwa wenn festgelegt ist, dass das Pflegepersonal professionelle Distanz zu wahren habe, und nicht nur keine sexuellen Kontakte zu Bewohner_innen aufnehmen darf, sondern ihnen auch keine Pornografie und Sexspielzeuge beschaffen oder sexuellen Dienstleistungen organisieren darf (BTT-Gruppe 2016). Bei der Bestimmung und Aushandlung derartiger Grenzen geht es neben den sexuellen Freiheitsrechten der pflegebedürftigen Personen gleichzeitig immer auch um die Selbstbestimmungsrechte und Grenzen der (mehrheitlich weiblichen) Pflegefachkräfte, denen nicht automatisch zugemutet werden darf, sich stän- dig mit den sexuellen Belangen der Bewohner und Bewohnerinnen befassen zu müssen. Das Ausleben von Sexualität in Pflegeeinrichtungen ist nicht zuletzt auch durch die Werte und Normen der Mitbewohner_innen reglementiert, die generationsbedingt z. B. homosexuelle Beziehungen teilweise offen ablehnen. Hier ist die Pflegeeinrichtung gefragt, ein wertschätzendes Klima für sexuelle Vielfalt zu schaffen (BTT-Gruppe 2016). Es existieren inzwischen auch spezielle Einrichtungen der „Regenbogenpflege“ (Marquardt 2017). Erst vereinzelt werden im Kontext der Pflege jetzt auch Transidenti- tät und Intergeschlechtlichkeit thematisiert. Dabei ist ein Verständnis für die Viel- falt von Geschlechtsidentitäten wichtig, damit trans* oder inter* Bewohner_innen im Sinne sexueller Menschenrechte keiner Diskriminierung durch Mitbewohner_innen und/oder Pflegepersonal ausgesetzt sind. Vor besonderen Herausforderungen stehen schließlich informell Pflegende, etwa wenn sie mit der tabuisierten Sexualität ihrer pflegebedürftigen Eltern oder mit der veränderten Sexualität ihrer pflegebedürftigen Lebenspartner_innen konfrontiert sind (Reichert und Karrasch 2013; Mück 2013). Unwissenheit und fehlende Kommunikation erschweren hier oft einen lustvollen Umgang mit Sexualität oder verhindern ihn gänzlich.
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Pflegeroboter
Title
Pflegeroboter
Author
Oliver Bendel
Publisher
Springer Gabler
Date
2018
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-658-22698-5
Size
17.3 x 24.6 cm
Pages
278
Category
Technik
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