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Stefan Schmeja, Marco
Tullney210
unterproportionale Erfassung nicht-englischsprachiger Literatur oder be-
stimmter Publikationstypen wie Konferenzveröffentlichungen), werden die
entsprechenden Auswertungen auch stets lückenhaft sein und z.
B. den Open-
Access-Anteil falsch einschätzen. Hier warten spannende Aufgaben zur Ag-
gregation verteilter Datenquellen.
In allen Fällen sind für das Monitoring klare Fragestellungen und Defini-
tionen notwendig, darunter:
• Welche Publikationen werden erfasst und in welchen Kontexten gezählt?
• Wie werden Dubletten erkannt bzw. was sind (für die Auswertung) Du-
bletten?25
• Wie ist Open Access definiert bzw. wie sind Open-Access-Unterarten de-
finiert?26
• Wie wird mit Publikationen umgegangen, die nicht in einem Verlag er-
schienen sind bzw. die keinen DOI erhalten haben (viele Dienste nutzen
DOI zur Identifikation der Werke und berücksichtigen solche Publika-
tionen nicht)?
• Wie verlässlich sind die Zuordnungen zu Organisationen?27
In den letzten Jahren sind einige größere Monitoring-Projekte begonnen wor-
den, zusätzlich ist Publikationsmonitoring zunehmend auch eine Aufgabe in
einzelnen Einrichtungen (insbesondere in Bibliotheken) oder in der einrich-
tungsübergreifenden Forschung. Einige größere Beispiele für Monitoring sind:
• der deutsche Open-Access-Monitor, aufgebaut am Forschungszentrum
Jülich28
25 Zum Beispiel Preprints, Übersetzungen, Online-/Printfassungen.
26 Insbesondere schwierig bis unmöglich bei Green Open Access, vgl. Marco Tullney, »Wie
messen wir unseren Open-Access-Anteil?« in Der Schritt zurück als Schritt nach vorn
– Macht
der Siegeszug des Open Access Bibliotheken arbeitslos? (s. Anm.
5). Allerdings nutzen viele Aus-
wertungen inzwischen die Klassifikation und Schnittstelle von Unpaywall (https://unpay
wall.org), sodass es gegebenenfalls zu einer de-facto-Standardisierung kommt.
27 Dies ist insbesondere ein Problem in den kommerziellen, einrichtungsunabhängigen
Datenbanken.
28 https://open-access-monitor.de, vgl. Bernhard Mittermaier et al., »Der Open Access Mo-
nitor Deutschland«, o-bib. Das offene Bibliotheksjournal, Bd. 5 Nr. 4 (2018), 84–100, doi:
10.5282/o-bib/2018H4S84-100
Publikationsberatung an Universitäten
Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Title
- Publikationsberatung an Universitäten
- Subtitle
- Ein Praxisleitfaden zum Aufbau publikationsunterstützender Services
- Authors
- Karin Lackner
- Lisa Schilhan
- Christian Kaier
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5072-7
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Wissenschaftliches Publizieren, Publikationsberatung, Bibliothek, Informationswissenschaft, Bibliothekswissenschaft, Universität, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung
- Category
- Medien