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werkeâ,150 die forschungspragmatisch festgelegt werden? Netzwerkanalysen
erklÀrendieFormierungvonbestimmtenStrukturennichtausreichend, soein
Kritikpunkt.151 Die Netzwerkkonstituierung, also die Gesamtheit der zu be-
schreibendenAkteure, entspringt tatsÀchlichweitestgehenddemForschungs-
interesseundderMateriallage. Siewird vomVerfasser bestimmtundhat sich
nichtausempirischenBefragungenherauskristallisiert, ist aber fĂŒreinequali-
tativeAnalysenichtsdestotrotzaufschlussreich.
FĂŒr die relationaleUntersuchungRichardSchaukals stellt derNetzwerkan-
satz einen geeigneten Methodenbaustein dar, da er Kanonisierungsprozesse
unterlÀuft, die ihn in denWahrnehmungskreis der literarischenModerne ein-
binden (oder daraus ausschlieĂen). Die Netzwerkforschung richtet den Blick
nicht aufden isoliertenAkteur, sondern fokussiert dieVerflechtungvonAkteu-
ren in einemsozialenSystem, ihre Interaktion,wie sie eine gemeinsameStruk-
turundKognitionetablieren152undwiedarausHandlungsmöglichkeitenâoder
BeschrĂ€nkungenâ resultieren.
2.1 DieBeschaffenheitvonNetzwerken
NetzwerkebestehenerstensauseinerbegrenztenMengeanElementenoderPer-
sonen (Akteuren), die als âKnotenâbezeichnetwerden. Zweitensweisen sie eine
wiederumbegrenzteZahlanVerbindungenauf,diezwischendenKnotenverlau-
fen, das sinddie sogenanntenKanten.DieseRelationen lassen sichhinsichtlich
ihres Inhalts, ihrer IntensitĂ€tund ihrerFormunterscheiden.153Anhandvon ârela-
tionalen Datenâ erfolgt die Netzwerkabgrenzung, also die Festlegung einer be-
stimmten Menge an Akteuren als Netzwerk.154 FĂŒr die âAbgrenzungâ, so der
Begriff, muss mindestens eine verbindende soziale Beziehung erfasst werden.
Dazu zÀhlenOrganisations- oder Gruppengrenzen, geographische Grenzen und
direkte Interaktionen,etwaTreffenodergemeinsameBesuchevonVeranstaltun-
gen,aberauchaffektiveBeziehungenundverwandtschaftlicheVerhÀltnisse.155
FĂŒr die vorliegendeUntersuchung liegt der ĂŒberwiegende Fokus auf Expo-
nenten des literarischen Feldes, mit denen Schaukal postalisch in Verbindung
stand.DiegemeinsamenrelationalenDatenfĂŒrdieNetzwerkabgrenzungergeben
150 Jansen:EinfĂŒhrungindieNetzwerkanalyse,S.86â87.
151 Vgl.Schweizer:Muster sozialerOrdnung,S. 135.
152 Vgl.Schweizer:Muster sozialerOrdnung,S. 113.
153 Vgl. Jansen:EinfĂŒhrung indieNetzwerkanalyse,S. 58â59.
154 Vgl.Schweizer:Muster sozialerOrdnung,S. 159.
155 Vgl. Jansen:EinfĂŒhrung indieNetzwerkanalyse,S. 71â75.
2 Netzwerkforschung:MetapherundMethode 41
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
- Title
- Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
- Author
- Cornelius Mitterer
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Location
- Berlin
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-061823-5
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 312
- Categories
- Weiteres Belletristik