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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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als ineigenerAusgabeseitdemerstenTagegabundgibt;nichtderHofmannsthals,derdie einmalige Übersetzung eines Gedichtes als einWunder derWiedergeburt betrachtet und solcheWundernichtdurchdenWillenerzeigtwissenwill.Wohlabermöchte ichmichder Ihrenentgegenstellen,dennIhrWerk istda,SiehabeneinigesvonVerlaineunübertrefflich gegeben, könnenaber doch andererseits niemals den ganzenVerlaine inhöchster vollen- detster Form geben – einfach schon deshalb, weil z.B. die Gedichtübertragung Dehmels „AnGott“unübertrefflich ist,weilda jenesHöchste,dasWunder,schoneinmalerreicht ist, das ein zweitesmalnicht geschieht. Siehabenden französischenVerlaine in IhreFormge- gossen,ganzdaraufdieGlut IhreseigenenSprachwillensgetrieben[...].212 Zweig versicherte Schaukal, dass er seine Verlaine-Übertragungen als „Ursub- stanz“ begreife, anhand derer die deutsche literarische Sprache um 1900 exemplifiziertwerdenkönne: [D]enn Sie als Dichter sind doch beides, Ihre Persönlichkeit und doch gleichzeitig auch einStückcrystallisiertenSprachgeistesunseres Jahrhunderts.Undda ichdieEssenzaller deutschen lyrischenMelodie, die Synthese der sprachlichenErrungenschaft unserer Zeit gerne ganz gebenmöchte, würde ich Ihr Fernbleiben um dieser Gemeinsamkeit willen doppeltbedauern.213 Unddannverleiht er der anfangs ästhetisch fundiertenBittemit einer unmiss- verständlichenWarnungbesonderenNachdruck: Es soll,wie ich’smir denke, ein repräsentativesWerk seinund ich gebe Ihnenwillig zu, dass IhrFernbleibendemonstrativwirkenwürde. Ichwerde indiesemFallenicht zögern, imNachwortmeinBedauern zu sagen, dass Sie undGeorgeuns fehlen: einGedicht von Ihnenwird (ich scheue nicht, es Ihnen zu verraten berdies dochnoch in einemnachge- stellten Aufsatz vonmir abgedruckt sein, in dem ich, die Principien der Auslese erhär- tend, voneinemGedicht (La luneblanchealleVersionenderÜbertragung, also auchdie George und die Ihre citiere [sic!]. So wird damit erstaunlicher Vielfalt dargestellt sein, wieverschiedenartigeinunddasselbeGedichtwerdenkann.Sie sehenalso,dass ichkei- neswegs, auch imFalle der Ablehnung nicht, Ihre Übertragung alsWerk herabzusetzen oderzuverschweigengedenke: imGegenteil. [. . .] DasNiveauwird selbstverständlich ein anderes seinwie vor 10 Jahren–Rilke,Voll- moeller,Werfel, AlfredKerr, Ernst Stadler, Ludwig Fulda, Carossa, Pagnet, und einpaar Jüngere haben schon rege neueMithilfe zugesagt und sich heroisch bereit erklärt, even- tuelle Refus zu erdulden. Von den vielen bösen Übertragungen der früheren Ausgabe bleibt nichts– schließlich bin ichdochnichtmehr zwanzig Jahre alt und sehemich an- ders unterstützt wie damals, woDehmel, Henckell, Schlaf, Hauser und Sie die einzigen Pfeiler waren, auf die ich das ganze Gebäude aufbaute, meine Honorarvorstellung 100 Markumfasste, indess [sic!] sieheuteein[e]wesentlichandereseinwird [. . .]. 212 BriefZweigsanSchaukal, 25.Mai 1914,S-NL,WB. 213 BriefZweigsanSchaukal, 25.Mai 1914,S-NL,WB. 146 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Title
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Author
Cornelius Mitterer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
312
Categories
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