Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Seite - 146 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 146 - in Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne

Bild der Seite - 146 -

Bild der Seite - 146 - in Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne

Text der Seite - 146 -

als ineigenerAusgabeseitdemerstenTagegabundgibt;nichtderHofmannsthals,derdie einmalige Übersetzung eines Gedichtes als einWunder derWiedergeburt betrachtet und solcheWundernichtdurchdenWillenerzeigtwissenwill.Wohlabermöchte ichmichder Ihrenentgegenstellen,dennIhrWerk istda,SiehabeneinigesvonVerlaineunübertrefflich gegeben, könnenaber doch andererseits niemals den ganzenVerlaine inhöchster vollen- detster Form geben – einfach schon deshalb, weil z.B. die Gedichtübertragung Dehmels „AnGott“unübertrefflich ist,weilda jenesHöchste,dasWunder,schoneinmalerreicht ist, das ein zweitesmalnicht geschieht. Siehabenden französischenVerlaine in IhreFormge- gossen,ganzdaraufdieGlut IhreseigenenSprachwillensgetrieben[...].212 Zweig versicherte Schaukal, dass er seine Verlaine-Übertragungen als „Ursub- stanz“ begreife, anhand derer die deutsche literarische Sprache um 1900 exemplifiziertwerdenkönne: [D]enn Sie als Dichter sind doch beides, Ihre Persönlichkeit und doch gleichzeitig auch einStückcrystallisiertenSprachgeistesunseres Jahrhunderts.Undda ichdieEssenzaller deutschen lyrischenMelodie, die Synthese der sprachlichenErrungenschaft unserer Zeit gerne ganz gebenmöchte, würde ich Ihr Fernbleiben um dieser Gemeinsamkeit willen doppeltbedauern.213 Unddannverleiht er der anfangs ästhetisch fundiertenBittemit einer unmiss- verständlichenWarnungbesonderenNachdruck: Es soll,wie ich’smir denke, ein repräsentativesWerk seinund ich gebe Ihnenwillig zu, dass IhrFernbleibendemonstrativwirkenwürde. Ichwerde indiesemFallenicht zögern, imNachwortmeinBedauern zu sagen, dass Sie undGeorgeuns fehlen: einGedicht von Ihnenwird (ich scheue nicht, es Ihnen zu verraten berdies dochnoch in einemnachge- stellten Aufsatz vonmir abgedruckt sein, in dem ich, die Principien der Auslese erhär- tend, voneinemGedicht (La luneblanchealleVersionenderÜbertragung, also auchdie George und die Ihre citiere [sic!]. So wird damit erstaunlicher Vielfalt dargestellt sein, wieverschiedenartigeinunddasselbeGedichtwerdenkann.Sie sehenalso,dass ichkei- neswegs, auch imFalle der Ablehnung nicht, Ihre Übertragung alsWerk herabzusetzen oderzuverschweigengedenke: imGegenteil. [. . .] DasNiveauwird selbstverständlich ein anderes seinwie vor 10 Jahren–Rilke,Voll- moeller,Werfel, AlfredKerr, Ernst Stadler, Ludwig Fulda, Carossa, Pagnet, und einpaar Jüngere haben schon rege neueMithilfe zugesagt und sich heroisch bereit erklärt, even- tuelle Refus zu erdulden. Von den vielen bösen Übertragungen der früheren Ausgabe bleibt nichts– schließlich bin ichdochnichtmehr zwanzig Jahre alt und sehemich an- ders unterstützt wie damals, woDehmel, Henckell, Schlaf, Hauser und Sie die einzigen Pfeiler waren, auf die ich das ganze Gebäude aufbaute, meine Honorarvorstellung 100 Markumfasste, indess [sic!] sieheuteein[e]wesentlichandereseinwird [. . .]. 212 BriefZweigsanSchaukal, 25.Mai 1914,S-NL,WB. 213 BriefZweigsanSchaukal, 25.Mai 1914,S-NL,WB. 146 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
zurück zum  Buch Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne"
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
Weiteres Belletristik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne