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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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kanntgegeben worden war, legte die Christlichsoziale Partei Einspruch ein und erhob aus politischenGrĂŒnden Schaukal zumGegenkandidaten.264 Des- senungeachtetwurdeVetter zumerstenStaatstheaterprĂ€sidentenderneuge- grĂŒndeten Republik ernannt, was aber dem freundschaftlichen Kontakt zu SchaukalkeinenAbbruch tat.265 1933gestandVetterSchaukal seinenNeidauf dessen unverrĂŒckbare katholisch-konservative Prinzipien und stimmte sei- nemBriefpartner in der Abneigung gegen alles JĂŒdische zu, vor allem gegen Wassermann und Zweig.266 In einem weiteren Brief aus dem Jahr 1933 be- schreibt Vetter zudem seinen ungĂŒnstigen Eindruck von ThomasMann und verfĂ€llt dabei in einedemEmpfĂ€ngerwillkommeneKritik andessen literatur- betrieblicherKonsekration: Th.Mann, den ich vor ein paar Jahren nĂ€her persönlich kennen lernte,missfielmir da- mals sehr. Ich habe dieses Unangenehme an ihm vor allem dem Erfolg angelastet, dem grossen industriellen Vertrieb von „Geist“. FĂŒr Dich liegt was Tröstliches in diesemAb- stiegTh.Manns!Deinenach innenwienachaussengleich reinlichundkrystallhart sein wollendeArt schliesst ‚Erfolg‘aus,hĂ€ttestDu ihn, sowĂ€rstDunichtDu;Duhattest ihn ja schonundmusstest ihnverwirken[. . .].267 Die Bewerbung umdas Amt des StaatstheaterprĂ€sidenten zeigt letztlich, dass Schaukal, der nachKriegsende den Staatsdienst quittiert hatte, auf andere Er- werbsquellen angewiesen war. Sohn Wolfgang, soeben knapp dem MilitĂ€r- dienst entgangen,wurde imselben JahrvolljĂ€hrig,diebeiden jĂŒngerenKinder, Georg (1907–1983) und Lotte (1908–1993), besuchten noch dasWiener Schot- tenstift-Gymnasium.DassdieFamilienachdemKrieg innichtgeradewohlhab- enden VerhĂ€ltnissen lebte, wird in den Briefen sehr deutlich. Gleichwohl konnten siedieVilla inGrinzing (einUmzugstandmehrmals zurDebatte) und auchdasSommerfrische-AnwesenamSemmeringbehalten, indemdieFamilie mehrereMonatedes Jahresverbrachte. EinTeildesökonomischenKapitals,dasnachKriegsendesowohlEinbußen im literaturkritischen als auch im schriftstellerischen Bereich erfuhr, wurde von staatlicher Seite ausgeglichen. Am4.MĂ€rz 1919 beschloss das Kuratorium derEduard-von-Bauernfeld-Stiftung,denBauernfeldpreisauf fĂŒnfSchriftsteller aufzuteilen. Julius Bittner (1874–1939), RudolfHolzer, Otto Stoessl, PaulWert- heimer (1874–1937) und Schaukal empfingen denmit insgesamt 1.500Kronen 264 Vgl. [Anon.]: [ohneTitel]. In: IllustriertesWienerExtra-Blatt,Nr.152/1920(4. Juni1920),S.3. 265 Vgl.denBriefVettersanSchaukal, 7.Oktober1921,S-NL,WB. 266 Vgl.denBriefVettersanSchaukal, 23.Februar 1933,S-NL,WB. 267 BriefVettersanSchaukal,3.MĂ€rz1933,S-NL,WB;Hervorh. imOrig.alsUnterstreichung. 160 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Title
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Author
Cornelius Mitterer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
312
Categories
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