Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Weiteres
Belletristik
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Seite - 160 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 160 - in Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne

Bild der Seite - 160 -

Bild der Seite - 160 - in Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne

Text der Seite - 160 -

kanntgegeben worden war, legte die Christlichsoziale Partei Einspruch ein und erhob aus politischenGründen Schaukal zumGegenkandidaten.264 Des- senungeachtetwurdeVetter zumerstenStaatstheaterpräsidentenderneuge- gründeten Republik ernannt, was aber dem freundschaftlichen Kontakt zu SchaukalkeinenAbbruch tat.265 1933gestandVetterSchaukal seinenNeidauf dessen unverrückbare katholisch-konservative Prinzipien und stimmte sei- nemBriefpartner in der Abneigung gegen alles Jüdische zu, vor allem gegen Wassermann und Zweig.266 In einem weiteren Brief aus dem Jahr 1933 be- schreibt Vetter zudem seinen ungünstigen Eindruck von ThomasMann und verfällt dabei in einedemEmpfängerwillkommeneKritik andessen literatur- betrieblicherKonsekration: Th.Mann, den ich vor ein paar Jahren näher persönlich kennen lernte,missfielmir da- mals sehr. Ich habe dieses Unangenehme an ihm vor allem dem Erfolg angelastet, dem grossen industriellen Vertrieb von „Geist“. Für Dich liegt was Tröstliches in diesemAb- stiegTh.Manns!Deinenach innenwienachaussengleich reinlichundkrystallhart sein wollendeArt schliesst ‚Erfolg‘aus,hättestDu ihn, sowärstDunichtDu;Duhattest ihn ja schonundmusstest ihnverwirken[. . .].267 Die Bewerbung umdas Amt des Staatstheaterpräsidenten zeigt letztlich, dass Schaukal, der nachKriegsende den Staatsdienst quittiert hatte, auf andere Er- werbsquellen angewiesen war. Sohn Wolfgang, soeben knapp dem Militär- dienst entgangen,wurde imselben Jahrvolljährig,diebeiden jüngerenKinder, Georg (1907–1983) und Lotte (1908–1993), besuchten noch dasWiener Schot- tenstift-Gymnasium.DassdieFamilienachdemKrieg innichtgeradewohlhab- enden Verhältnissen lebte, wird in den Briefen sehr deutlich. Gleichwohl konnten siedieVilla inGrinzing (einUmzugstandmehrmals zurDebatte) und auchdasSommerfrische-AnwesenamSemmeringbehalten, indemdieFamilie mehrereMonatedes Jahresverbrachte. EinTeildesökonomischenKapitals,dasnachKriegsendesowohlEinbußen im literaturkritischen als auch im schriftstellerischen Bereich erfuhr, wurde von staatlicher Seite ausgeglichen. Am4.März 1919 beschloss das Kuratorium derEduard-von-Bauernfeld-Stiftung,denBauernfeldpreisauf fünfSchriftsteller aufzuteilen. Julius Bittner (1874–1939), RudolfHolzer, Otto Stoessl, PaulWert- heimer (1874–1937) und Schaukal empfingen denmit insgesamt 1.500Kronen 264 Vgl. [Anon.]: [ohneTitel]. In: IllustriertesWienerExtra-Blatt,Nr.152/1920(4. Juni1920),S.3. 265 Vgl.denBriefVettersanSchaukal, 7.Oktober1921,S-NL,WB. 266 Vgl.denBriefVettersanSchaukal, 23.Februar 1933,S-NL,WB. 267 BriefVettersanSchaukal,3.März1933,S-NL,WB;Hervorh. imOrig.alsUnterstreichung. 160 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
zurück zum  Buch Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne"
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Titel
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Autor
Cornelius Mitterer
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
312
Kategorien
Weiteres Belletristik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne