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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
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EinflĂŒssedesSymbolismusundImpressionismus,aberauchdernaturalistischen Mittel, ĂŒbten auf Schaukal einen nicht zu unterschĂ€tzenden Effekt aus. „Der Symbolist muß den Naturalisten verstehen“, meinte Schaukal, um dann spöt- tischen Auges auf die Kategorisierungs- und Begriffsmanie blickend fortzufah- ren: „[I]chhassedieseSchlagworte,weil sie ganz zertretenunddeformiert sind, aber sie sindwenigstens PrĂ€gnanzsurrogate“536 Auch in dieser Hinsicht entwi- ckelte er sein schriftstellerischesBewusstseinparallel zudemdes JungenWien: „[D]asUnbehagenamNaturalismus, ohne ihm jedochetwasBesseres entgegen- setzen zu können,war letztlich Tenor undStimulanz der gesamtenWiener und österreichischenLiteratur imletztenJahrzehntvorder Jahrhundertwende;eswar ihrAusgangspunkt“, soGotthartWunberg.537 Dies drĂŒckte sich in einer ambivalenten Auseinandersetzung der Jung- WienermitdenösterreichischenAutorendervorangegangenenGenerationaus. Saarwar,wiedargelegt, ein Idol fĂŒrHofmannsthal,SchnitzlerundSchaukal.538 DerNovellist desRealismus, der in einem trĂŒbsinnigenBrief vom22. Juni 1906 an Ebner-Eschenbach fatalistisch zur Kenntnis nahm, dass die Zeit ĂŒber ihn „bereitshinweggegangen“ sei,539war sowohlOrientierungspunkt einervergan- genenErzĂ€hltradition,alsauchZielmancherKritik, vorallemwasdieLyrikbe- traf.540 Im selben Brief urteilte Saar ĂŒber Schaukal: „UnlĂ€ngst schrieb ein ‚Junger‘ im ‚Litt=Echo‘: man könne mich, den alten vornehmen Herrn, nur mehr ‚historisch‘betrachten.Gegen eine solche ‚Eselei‘kĂ€mpftmanvergebens an.Also: sei’s!“541 9 ResĂŒmee:ErfolgundMisserfolg– eineNetzwerkangelegenheit Mit Blick auf das MĂŒnchen-Netzwerk, in das Schaukal integriert war, ergibt sich folgendeSchnittmengeanAutoren,die fĂŒrdieselbenKunst-undLiteratur- zeitschriften der Stadt BeitrĂ€ge verfassten sowie mit Schaukal und zum Teil 536 Schaukal: IntĂ©rieursausdemLebenderZwanzigjĂ€hrigen. In:WE.Bd.2,S. 169–170. 537Wunberg:DasJungeWien,S.LXXXIV. 538 Vgl.Lorenz:WienerModerne,S.43;Specht:ArthurSchnitzler,S.97. 539 Brief Saars anEbner-Eschenbach, 22. Juni 1906, in: Kindermann (Hg.): Briefwechsel zwi- schenFerdinandvonSaarundMarievonEbner-Eschenbach,S. 157. 540 Vgl. zumBeispiel Schaukal: EinMeister der Novelle; bei allem Lob Ă€ußert er EinwĂ€nde gegenSaarsLyrik. 541 Brief Saars anEbner-Eschenbach, 22. Juni 1906, in: Kindermann (Hg.): Briefwechsel zwi- schenFerdinandvonSaarundMarievonEbner-Eschenbach,S. 157–158. 222 III Schaukal inNetzwerkenundFeldernderModerne
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Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Title
Richard Schaukal in Netzwerken und Feldern der literarischen Moderne
Author
Cornelius Mitterer
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Location
Berlin
Date
2020
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-061823-5
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
312
Categories
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