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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ - Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
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Vera Faber334 mit renommierten Namen wie J.  L. P.  Oud (De Stijl) und Le Corbusier (L’Esprit Nouveau) ein beachtliches internationales (und russisches) Interesse auf sich ziehen konnte,18 wurde das österreichische Pendant, das erst 1933 fertiggestellt wurde, international weitgehend ignoriert. Josef Frank, der zu den wichtigsten österreichischen Architekten der Zwischen- kriegszeit zählte, begründete den damals relativ marginalen Status der österreichi- schen Kunst selbstkritisch mit einer „nationalen Beschränktheit“, kombiniert mit der fehlenden Offenheit für Innovationen: Was er [der Wiener, Anm.] seine Kunst nennt, ist ein Zusammenstellen beliebiger Motive, die er einem Vorlagenbuch, das seinesgleichen zusammengestellt hat, entnimmt. Denn was außerhalb seiner Grenze geschieht, will er nicht sehen oder nur mit Augen, die das aus- suchen, was er schon kennt, um mit Behagen festzustellen, daß bei ihm zu hause alles am schönsten ist.19 Überdies sei Österreich ein „kleines und armes Land, das stolz ist, wenn überhaupt irgend etwas zustande gebracht wird. Wir leben vom vergangenen Ruhm, den wir nicht müde werden, zu zitieren.“20 Die zahlreichen Reisen westeuropäischer Architekten in die Sowjetunion fanden  – sieht man von Schütte-Lihotzky ab, deren Reise in die Sowjetunion zu Beginn der 1930er Jahre ursprünglich als endgültige Emigration beabsich- tigt war  – ebenfalls fast ausschließlich ohne österreichische Beteiligung statt. Die geringe Mobilität österreichischer Architekten Richtung Osten21 scheint in Anbetracht der engen politischen (ideologischen) Nähe, die zur Emigration 18 In der Sovremennaja Architektura erschien mindestens ein umfangreicher Beitrag zur Weißenhof-Siedlung:  Lege:  Die Wohnung (žil’e). Vystavka v Štuttgarte [Die Wohnung (Wohnung). Ausstellung in Stuttgart]. In:  Sovremennaja Architektura, Nr.  1/1927, S.  44. 19 Josef Frank:  Architektur als Symbol. Elemente deutschen neuen Bauens. Wien:  Anton Schroll 1931, S.  141. Eine ähnliche Sicht ausländischer Kritiker auf die österreichi- sche Kunst der Zwischenkriegszeit wird mehrfach deutlich, so auch aus einem im Querschnitt publizierten (deutlich abwertenden) Kommentar zum österreichischen Beitrag bei der Ausstellung „Pressa“ in Köln (1928):  „Oesterreich blickt ausgiebig in seine Vergangenheit zurück“ (L.S.E.:  Streifzug durch die Pressa. In:  Der Querschnitt, Nr.  8/1928, S.  571–574, zit. S.  572). 20 Josef Frank:  Gespräch über den Werkbund. In:  ders. (Hg.):  Österreichischer Werk- bund. Wien:  Verlag des Österreichischen Werkbundes 1929, S.  3–16, zit. S.  4. 21 Wiewohl mehrere österreichische Architekten in die USA emigrierten:  Richard Neu- tra, der 1923  übersiedelte und in den USA u.a. mit Frank Lloyd Wright zusammen- arbeitete, stellt hierfür wohl das prominenteste Beispiel dar.
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹ Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Title
Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹
Subtitle
Zur Relevanz und Rezeption sowjet-russischer Kunst, Kultur und Literatur in Österreich 1918–1938
Author
Primus-Heinz Kucher
Editor
Rebecca Unterberger
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-631-78199-9
Size
14.8 x 21.0 cm
Pages
466
Category
Kunst und Kultur
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Der lange Schatten des ›Roten Oktober‹