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70 er im heiß umkämpften Col di Lana-Abschnitt am Bau einer Seilbahn mitwirkte.
Am 1. Jänner 1916 zum Fähnrich der Reserve ernannt, wurde er nach einer Er-
krankung im Frühling 1916 zum Seilbahnkommando 7 kommandiert und über-
nahm als Betriebsleiter die 22 Kilometer lange Feldseilbahn von Neumarktl
nach Cavalese, die die Hauptnachschublinie zur Fleimstalfront bildete und im
ununterbrochenen Tag- und Nachtbetrieb arbeitete. Mit 1. August 1916 zum
Leutnant der Reserve ernannt, wurde er am 1. Juli 1917 Seilbahngruppenleiter
im Bereich der 9. Gebirgsbrigade an der Fleimstalfront und hatte bis November
1917 in diesem Bereich den Seilbahnbetrieb aufrecht zu erhalten und weiter
auszubauen. Anschließend wurde Bobek Seilbahnrayonsleiter beim Rayons-
kommando 95 ernannt und hatte als solcher die Bergung und den Abbau der
Seilbahnen zu leiten, die durch die Herbstoffensive 1917 freigeworden waren.
Mit Ende Jänner 1918 wurde er zum Seilbahnreferat des 11. Armekommandos
kommandiert. Bobek wurde bis Ende August 1918 mit dem Karl-Truppenkreuz
sowie dem bronzenen und silbernen Signum laudis ausgezeichnet.129
Erwin Keller, ebenso Assistent an der Lehrkanzel für Darstellende Geometrie,
war nach seiner Militärdienstzeit bereits mit 1. Jänner 1908 zum Leutnant der
Reserve beim k. u. k. Eisenbahnregiment ernannt worden. Als solcher rückte
er am 30. Juli 1914 zur aktiven Kriegsdienstleistung ein, stand bis 24. April
1918 ununterbrochen im Felddienst und stieg bis zum Hauptmann der Reserve
auf. Keller war zunächst vom 30. Juni 1915 bis zum 19. Oktober 1915 Komman-
dant der Feldbahnarbeitsabteilung - später Feldbahnkompanie 1/6 und wirkte
damit im Eisenbahnbaudienst. Mit 20. Oktober 1915 übernahm er das Kom-
mando der I. Sektion der k. u. k. Feldbahnen Nr. 2 beim 17. Korps der 4. Armee
und kommandierte in der Folge auch die Betriebsabteilung dieser Feldbahn
sowie gleichzeitig die Feldbahnkompanie 1. Im August und September 1917
wirkte Keller kurz als technischer Adjutant beim k. u. k. Feldbahnkommando
Nr. 2, wurde am 9. September 1917 Kommandant der Feldbahnsektion I/2 und
wirkte vom 18. Februar 1918 bis zum 24. April 1918 als Kommandant der Feld-
bahnkompanie Nr. 6, wo er im Bereich des Lokomotiv-Feldbahnbaues bei der
Isonzoarmee eingesetzt war. Erwin Keller erhielt von 1915 bis 1918 mehrfach
allerhöchste belobende Anerkennungen für vorzügliche Dienstleistung und
tapferes Verhalten vor dem Feind, wurde am 6. Dezember 1917 mit dem Militär-
verdienstkreuz dritter Klasse mit der Kriegsdekoration und den Schwertern
und am 1. Februar 1918 mit dem Karl-Truppenkreuz dekoriert.130
Erich Knapitsch, Assistent an der Lehrkanzel für Hochbau, rückte am 20. Dezem-
ber 1914 zur Geniedirektion Klagenfurt ein und übernahm sofort den Neubau
129 ATUG, Rektoratsakte 13 ex 1915, Schreiben vom 30. 12. 1914, Rektoratsakte 80 ex 1915,
Schreiben vom 28. 1. 1915 Rektoratsakte 82 ex 1917, Schreiben vom 23. 1. 1917 sowie
Rektoratsakte 1174 ex 1918, Bericht Bobeks vom 31. 8. 1918.
130 ATUG, Rektoratsakte 1174 ex 1918, Bericht Erwin Kellers vom 31.7.1918.
„ In diesen schweren Tagen“
Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
- Title
- „ In diesen schweren Tagen“
- Subtitle
- Die Technische Hochschule Graz im Ersten Weltkrieg
- Author
- Bernhard Reismann
- Editor
- Technische Universität Graz
- Publisher
- Verlag der Technischen Universität Graz
- Location
- Graz
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-85125-627-7
- Size
- 20.0 x 25.0 cm
- Pages
- 334
- Keywords
- Forschungseinrichtung, Universität, Bildung, Krieg, Forschung, TU Graz
- Categories
- Geschichte Nach 1918