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Francesco Salata und das Österreich der 1930er Jahre
tember 1937 dessen Abberufung an. Salata zuhause127 schrieb er knapp in sein
Tagebuch. Der junge Außenminister, der zu diesem Zeitpunkt Deutschland
zugewandt war, brauchte jemanden, der die neue italienische Politik gegen-
über Österreich energischer umsetzte. So erklärte der Schwiegersohn Musso-
linis dem aus Kairo kommenden neuen italienischen Gesandten in Wien, Pel-
legrino Chigi, mit aller Deutlichkeit das, was Salata nicht verstehen wollte: Er
müsse sich verhalten wie ein Arzt, der einem Sterbenden Sauerstoff geben muss,
ohne dass der Erbe dies bemerkt. Im Zweifel ist der Erbe wichtiger als der Sterbende128.
127 Galeazzo Ciano, Diario 1937–1943, hrsg. von Renzo De Felice (Milano 1990) 40, Eintrag
vom 23. November 1937
128 Ebd. 61, Anmerkung vom 24. November 1937. (Übers. d. Verf.)
Die schwierige Versöhnung
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
- Title
- Die schwierige Versöhnung
- Subtitle
- Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
- Authors
- Andrea Di Michele
- Andreas Gottsmann
- Luciano Monzali
- Editor
- Karlo Ruzicic-Kessler
- Publisher
- Bozen-Bolzano University Press
- Location
- Bozen
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-88-6046-173-5
- Size
- 16.0 x 23.0 cm
- Pages
- 616
- Keywords
- 20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
- Categories
- Geschichte Nach 1918