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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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191 Franz Marek und der italienische Kommunismus stieß93. Dies war während der ZK-Sitzung der KPÖ vom 12.–13. September of- fenkundig geworden. Die „extreme“ Position von Fischer und anderen wurde durch Muhris Einfluss geglättet, aber die Partei sah die Wiederherstellung der vollen Souveränität der Tschechoslowakei als Notwendigkeit an. Doch die „Gruppenbildung“ und Anschuldigungen innerhalb der KPÖ waren nunmehr offenkundig geworden94. Marek verteidigte Fischer, obschon auch er die Vorgangsweise nicht befürwortete. Er war weiterhin davon überzeugt, dass Kritik im kommunistischen Lager möglich sein musste und nicht per se als „antisowjetisch“ interpretiert werden sollte und zeigte sich überzeugt, dass die mediale Aufmerksamkeit, die der KPÖ zuteil geworden war, für das Abbauen von Vorurteilen ihr gegenüber nützlich sei95. Diese Entwicklungen in der österreichischen Bruderpartei waren auch Thema beim PCI. Eine In- formation von Pelliccia vom Oktober 1968 über die Septembersitzung wurde von den wichtigsten Vertretern der italienischen Partei gesichtet, darunter Giorgio Amendola, Enrico Berlinguer, Armando Cossutta, Pietro Ingrao und Alessandro Natta. Darin beschrieb Pelliccia, dass das ZK Ernst Fischer für seine Aussagen um die Ereignisse in der Tschechoslowakei kritisiert hatte. Für Pelliccia waren die Vorgänge in Wien jedenfalls eine Diskussion auf sehr fragwürdigem Niveau, was nichts Gutes für den Kurs der Partei verheißen ließ96. Die Initiative der beiden Parteien in Bezug auf die Abhaltung einer Konferenz der westeuropäischen KPs wäre wohl eine wichtige Möglichkeit gewesen, einen unabhängigen Kurs fortzuführen und auszubauen, scheiterte aber an der Ablehnung des PCF. Der Plan war auch Moskau bewusst und ein Dorn im Auge. Die Sowjetunion hatte gegen solche Vorstellungen angeschrie- ben, während der PCI schwieg. Während seiner Reise in die Sowjetunion im September 1968 holte sich Armando Cossutta eine Schelte von Michail Suslov ab. Dieser bezeichnete die österreichische Partei als sozialdemokratisch und fragte bei Cossutta in Bezug auf die KPÖ-PCI Initiative nach: Was wollt ihr? Wohin wollt ihr damit gelangen?97 93 Incontro del compagno Galluzzi con il presidente del Partito comunista austriaco e con il compagno Marek, membro dell’Ufficio Politico, 16.9.1968, FIG, APCI, Esteri, mf. 552, 94. 94 Mugrauer, „Prager Frühling“ 1052. 95 Graf, Knoll, Franz Marek 74. 96 Informazione sul P.C. austriaco di Dino Pelliccia, 31.10.1968, FIG, APCI, Esteri, mf. 552, 96. 97 Riunione della Direzione, 18.9.1968, FIG, APCI, Direzione, b. 20, 939–1037.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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