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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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266 Andrea Di Michele und Weizen importieren könne, der jungen polnischen Armee wurden im Gegenzug Ausrüstung und Ausbildner zur Verfügung gestellt32. In der ersten Nachkriegszeit waren diese militärischen Delegationen die einzige italieni- sche Vertretung in den Nachfolgestaaten der Donaumonarchie, sie übernah- men daher auch politisch-diplomatische Aufgaben. Ein äußerst wichtiges Element bei der schnellen Annäherung Roms und Wiens war das gemeinsame Ziel, die Bestrebungen des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (Königreich SHS) aufzuhalten – dies war in der unmittelbaren Nachkriegszeit einer der wichtigsten Grundsätze der ita- lienischen Außenpolitik. Da die südöstliche Grenze Österreichs nicht klar definiert war, lag eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten nahe. Indem Rom die Gebietsansprüche Österreichs unterstützte, positionierte man sich klar gegen die expansionistischen Bestrebungen Jugoslawiens. Rom zögerte lange, den neuen südslawischen Staat anzuerkennen. Insbesondere sollte ein direkter Kontakt zwischen dem Königreich SHS und der Tschechoslowakei vermieden werden. Italien drängte auf eine Barriere aus nichtslawischen Staaten zwischen den beiden Ländern – bestehend aus Österreich, Ungarn und Rumänien –, die gute Beziehungen zueinander und zu Italien pflegen sollten33. Wichtig war Italien auch die Sicherung der Bahn- verbindung zwischen Triest und Wien. Die politische und militärische Füh- rung befürchtete nämlich, dass die Verbindung zwischen dieser wichtigen Hafenstadt und Mittel- und Osteuropa durch Jugoslawien unterbrochen werden könnte. Auch deshalb unterstützte Italien die österreichischen terri- torialen Ansprüche in Kärnten und in der Steiermark gegen diejenigen des Königreichs SHS. Italien trat vor allem in Kärnten für die Interessen Öster- reichs ein und nutzte dafür auch die eigene militärische Präsenz, weiters ver- mittelte man auch im Konflikt zwischen Österreich und Ungarn hinsichtlich des Burgenlands34. 32 Alessandro Gionfrida, Missioni e addetti militari italiani in Polonia (1919–1923). Le fonti archivistiche dell’Ufficio Storico (Roma 1996) 81 ff. 33 Francesco Caccamo, L’Italia e la „Nuova Europa“. Il confronto sull’Europa orientale alla conferenza di pace di Parigi (1919–1920) (Milano 2000). 34 Wolfgang Altgeld, Jugoslawien und Österreich als Faktoren der italienischen Außen- politik 1918–1920, in: Kärntens Volksabstimmung 1920. Wissenschaftliche Kontroversen und historisch-politische Diskussionen anläßlich des internationalen Symposiums Klagenfurt 1980, hrsg. von Helmut Rumpler (Klagenfurt 1981) 125–149; Arnold Suppan, Jugoslawien und Österreich 1918–1939. Bilaterale Außenpolitik im europäischen Umfeld (Wien–München
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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