Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Page - 279 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 279 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Image of the Page - 279 -

Image of the Page - 279 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text of the Page - 279 -

279 Südtirol zwischen Österreich und Italien in den 1930er Jahren rung ab 1928 um und unterstützte fortan einen rechten Umsturz im „Roten Wien“4. Unter diesen Vorzeichen kam es unter der Regierung Johannes Schober zu einer Normalisierung der Beziehungen, setzte Schober doch auf eine italie- nisch-ungarisch orientierte Politik. Die Annäherung kulminierte in einem Besuch des österreichischen Bundeskanzlers in Rom, sodass dieser am 6. Fe- bruar 1930 verkünden konnte, dass es gelungen sei, die Wiederherstellung guter nachbarlicher und freundschaftlicher Beziehungen zu Italien durch einen Freund- schafts- und Schiedsgerichtsvertrag zu besiegeln5. Schobers Kabinett gelang es jedoch in der Folge nicht, die von Italien auch finanziell unterstützten Heim- wehren einzubinden oder politisch zu befrieden, was schließlich zum Sturz seiner Regierung im September 1930 führte. Die unter seinem Nachfolger, Bundeskanzler Otto Ender (1930/31) er- reichte österreichisch-deutsche Zollunion beeinträchtigte dann allerdings die auf fruchtbarem Weg scheinende italienisch-österreichische Annäherung neuerlich. Enders Nachfolger, Engelbert Dollfuß, blieb zumindest in der ers- ten Phase seiner Amtszeit gegenüber Italien skeptisch und zurückhaltend, ebenso wie sich Mussolinis Diplomaten bis in den September 1934 nicht einig darüber waren, ob nun Dollfuß eher eine „linksgerichtete“ oder eher eine „rechtsgerichtete“ Regierung anstrebe. Erst die Vermittlung Ungarns sowie Dollfuß′ unmissverständliche Einbindung des rechten Lagers in Form der Aufnahme von Heimwehr-Mitgliedern in seine Regierung führten zu einer neuerlichen Annäherung zwischen Rom und Wien sowie zu einer offensiven Unterstützung Mussolinis6. Die Machtübernahme Hitlers im Jänner 1933 veränderte allerdings den Handlungsspielraum von Kanzler Dollfuß. Neben Rücktrittsforderun- gen verlangten die österreichischen Nationalsozialisten Neuwahlen und organisierten Massendemonstrationen in Wien. Diese Ereignisse werden in der historischen Forschung häufig auch als Grund für die Zerschlagung des Parlamentarismus in Österreich gewertet. Auf Basis des kriegswirtschaftli- 4 Jens Petersen, Die Außenpolitik des faschistischen Italien als historiographisches Problem, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 22/4 (1974), 417–457, hier: 422–425. 5 Bundeskanzler Johann Schober, Radioansprache in Berlin [Auschnitt], Februar 1930. Österreichische Mediathek, Sammlung Frühe historische Tonaufnahmen, http://www.me- diathek.at/atom/135E86AA-177-002C8-000004A4-135DCBB9 (letzter Zugriff 18.01.2018). 6 Wohnout, Bundeskanzler Dollfuß 607–610.
back to the  book Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung