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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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334 Stefan Lechner die italienische Antwort, ebenfalls in Form eines Memorandums, dem ein Gesetzentwurf zur Revision der Optionen beigefügt war62. Zum Entsetzen der SVP stellte der von Italien präsentierte Vorschlag aber eine „reformatio in peius“ des Innocenti-Entwurfs dar63, worauf Öster- reich in seiner Antwort hinwies64. Die Verschlechterung bestand vor allem darin, dass die Ausschlussgründe von der Staatsbürgerschaft erweitert und die Fristen zu Ungunsten eines schnellen Verfahrens festgesetzt wurden. Hier zeigte sich der nunmehr härtere italienische Kurs, der auch darauf zu- rückzuführen war, dass Innocenti persönlich den neuen Vorschlag maßgeb- lich verfasst hatte65 und Österreich durch die gescheiterten Staatsvertrags- verhandlungen in eine schwächere Position zurückgefallen war. Andererseits hatte Italien durch die Unterzeichnung des Friedensvertrags im Februar 1947 seine volle Souveränität zurückerhalten. Somit sah sich Rom in der Lage, ein Jahr zuvor gewährte Zugeständnisse zurückzunehmen. Die Tatsache, dass die in Durchführung des Pariser Abkommens er- arbeitete Lösung schlechter ausfallen sollte als das zuvor zwischen Bozen und Rom vereinbarte Projekt, brachte die SVP in große Schwierigkeiten und Erklärungsnot, zumal dadurch der Wert des in Teilen der Bevölkerung ohne- hin umstrittenen Pariser Abkommens in Frage gestellt wurde. Folglich lautete die Direktive der SVP für das künftige Vorgehen, das Optantengesetz dürfe keinesfalls schlechter ausfallen als der Entwurf von 194666. In den Konsultationen mit Italien musste Wien in Absprache u.a. mit der SVP und dem Gesamtverband der Südtiroler in Österreich nun eine Kurs- diplomatici (Decima serie: 1943–1948, Bd. V, 2 febbraio–30 maggio 1947) (Roma 1997) (künf- tig: DDI X/5), Dok. 289. 62 Coppini an Außenminister Sforza, Wien, 28. 5. 1947. Ebd., Dok. 459; Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung VIII, Wissenschaftliches Referat, Unterlagensammlung Nr. 8, Teil II. 63 Raffeiner, Tagebücher, Eintrag vom 3. 6. 1947, 238. 64 Coppini an Außenminister Sforza, Wien, 24. 6. 1947, Anhang I (Memorandum vom 17. 6. 1947), I documenti diplomatici italiani, hrsg. von Ministero degli Affari Esteri. Commis- sione per la pubblicazione dei documenti diplomatici (Decima serie: 1943–1948, Bd. VI, 31 maggio–14 dicembre 1947) (Roma 1997) (künftig: DDI X/6), Dok. 92, 119. 65 Aufzeichnung des Bundeskanzleramtes, Außenamt: Vertrauliche Information über die Südtiroler Frage nach dem Stand von Mitte Juli 1947, Wien, 15. 7. 1947, in: Gehler, Akten zur Südtirol-Politik 2, Dok. 198, 412. 66 Edgeworth Murray Leslie, Bericht über die Beratung von SVP-Vertretern mit Gruber in Wien, 7. 9. 1947. Ebd., Dok. 280, 575.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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