Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Page - 385 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 385 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Image of the Page - 385 -

Image of the Page - 385 - in Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert

Text of the Page - 385 -

385 Italien und die Südtirolfrage von De Gasperi bis Moro Katholik, war. Bereits im Januar 1957 wurde Stielers Gruppe von den italieni- schen Streitkräften zerschlagen. Der BAS nahm eine weitaus wichtigere Rolle ein, da er beträchtliche Unterstützung und Beihilfen in Österreich erhielt und einige Hundert Mitglieder zählte. Mit der Unterzeichnung des Staatsvertrages am 15. Mai 1955 und der Wiederherstellung der vollen Souveränität setzte sich Österreich für die For- derungen Südtirols ein. In der SVP, deren Obmann von März 1954 bis Mai 1956 Karl Tinzl war, der dann von Toni Ebner abgelöst wurde, wurden immer mehr Stimmen laut, die das Selbstbestimmungsrecht begrüßten und sich zu- mindest Südtirol als autonome, von Trient abgespaltene Region wünschten. Am 4. Juli 1956 erklärte Kanzler Julius Raab im Strategieplan der Regierung, dass Italien nicht alle Vereinbarungen des Gruber-De Gasperi-Abkommens umgesetzt habe und sich die italienische Regierung demnach bemühen müs- se, die Vereinbarungen des Abkommens einzuhalten, um das Überleben der Südtiroler Bevölkerungsgruppe zu gewährleisten88. Zu diesem Zeitpunkt er- klärte die italienische Regierung mit Ministerpräsident Antonio Segni und Außenminister Antonio Martino ihre Bereitschaft zur Überprüfung der of- fenen Fragen. Am 10. Juli 1956 wurde die österreichische Regierung aufge- fordert, ihren Standpunkt zu präzisieren, wobei die italienische Regierung betonte, sich immer an die Vereinbarungen des Gruber-De Gasperi-Abkom- mens gehalten zu haben und dass diese wenigen offenen Punkte lediglich Einzelheiten der Durchführung betreffen würden. Italien zeigte sich gewillt, die Vorschläge Österreichs mit dem Ziel einer besseren Umsetzung des Ab- kommens zu berücksichtigen89. Österreich reagierte am 8. Oktober, indem es behauptete, dass Itali- en hinsichtlich der Gleichstellung der deutschen und italienischen Sprache mehrmals gegen das Abkommen verstoßen habe. Zudem seien die Südtiroler beim Zugang zum öffentlichen Dienst nicht gleichberechtigt und Italien habe die italienische Einwanderung nach Südtirol gefördert. Wien protestierte gegen die Gründung der Region Trentino-Südtirol, da sie gegen den Arti- kel 2 des Abkommens verstoße. Die Existenz der Deutschsprachigen könne 88 Toscano, Storia diplomatica 474. 89 Außenministerium Südtirol. Dokumente, die von Außenminister Segni am 16. Sep- tember 1960 dem italienischen Parlament vorgelegt wurden (Rom 1960) (Grünes Buch Ita- liens über Südtirol) in: Relazioni Internazionali 25/29 1271, Doc. 1.
back to the  book Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert"
Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die schwierige Versöhnung