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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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509 Giulio Andreotti, die Südtirolfrage und Österreich (1972–1992) schläger zum Bundespräsidenten die österreichische Außenpolitik auf inter- nationaler Ebene dominierte. Seine Außenminister, Erich Bielka (1974–1976) und dann Willibald Pahr (1976–1983) handelten als Technokraten, die mit der Aufgabe betraut worden waren, die alltäglichen Angelegenheiten zu verwalten und die internationa- len Strategien des Kanzlers umzusetzen22. Kreisky zeigte kein besonderes In- teresse an einer Verstärkung der politischen Zusammenarbeit mit Italien. Er setzte sich lieber dafür ein, Österreich in einen der Hauptakteure im Rahmen der multilateralen Diplomatie und der Entspannungspolitik zu verwandeln, wobei Österreich einen besonderen und noch nie da gewesenen Aktivismus in der Nahostpolitik an den Tag legte23. Die guten Beziehungen zwischen Rom und der SVP wurden trotz der Verzögerungen bei der Durchführung und Umsetzung einiger im Paket enthaltenen Maßnahmen aufrechterhalten – teilweise waren diese bedingt durch die politische und soziale Krise der 1970er-Jahre in Italien sowie die Schwierigkeit, das italienische rechtliche und administrative System an die neue im Pakt vorgesehene Verfassungsstruktur anzupassen. Die Spitzen- politiker Aldo Moro, Mariano Rumor, Giulio Andreotti und Emilio Colombo waren überzeugte Verfechter der Zusammenarbeit mit der SVP, die sie als Bollwerk gegen die extremistischen Tendenzen der ehemaligen Südtiroler Terroristengruppen ansahen. In jenen Jahren machten die italienischen Re- gierungen nicht zufällig wichtige Zugeständnisse an die deutschsprachigen Südtiroler. Maßgeblich dafür war das von Moro gewünschte und von An- dreotti akzeptierte Dekret des Staatspräsidenten Nr. 752 vom 26. Juli 1976, das den Artikel 89 des Autonomiestatutes der Region Trentino-Südtirol zur Anwendung brachte. Dieser Artikel schrieb vor, dass die Stellen der öffentli- chen Verwaltung aufgrund der in der amtlichen Volkszählung festgestellten zahlenmäßigen Stärke an die Mitglieder der drei ethnischen Gemeinschaften 22 Für ein Porträt beider Außenminister siehe: Gehler, Österreichs Außenpolitik der Zweiten Republik, Bd. 1 378 ff. 23 Zur österreichischen Außenpolitik unter Bundeskanzler Kreisky siehe Wolfgang Mueller, A Good Example of Peaceful Coexistence? The Soviet Union, Austria, and Neu- trality, 1955–1991 (Wien 2011); Maximilian Graf, Österreich und die DDR 1945–1990. Politik und Wirtschaft im Schatten der deutschen Teilung (Wien 2016); Wolfgang Petritsch, Bruno Kreisky. Die Biographie (St. Pölten–Salzburg 2010) 235 ff.; Detlef Kleinert, Willibald Pahr: Außenminister unter Kreisky. Analysen zum Zeitgeschehen (Wien 2010).
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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