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Nach 1918
Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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512 Luciano Monzali tretern vereinbart worden waren: Versammlungen und Vertagungen waren immer mit den Südtiroler Delegierten abgesprochen oder auf ihren Vorschlag hin beschlossen worden. Die SVP habe regelmäßig die angeblichen Verzöge- rungen Italiens bei der Verabschiedung etlicher Vorschriften des Pakets be- mängelt. Tatsächlich handelte sich aber oft um einen Vorwand, um eine ex- tensive Auslegung des Pakets bei der gemischten Kommission einzufordern29. In den 1970er-Jahren intensivierten sich allmählich die Beziehungen zwischen Italien und Österreich vor allem auf wirtschaftlicher und kultu- reller Ebene. Auch dank des Abkommens mit der EWG verstärkte sich zu- sehends der Wirtschaftsaustausch zwischen Österreich und Italien30. Be- merkenswert war auf kultureller Ebene der Einsatz einiger italienischer und österreichischer Intellektueller, die ein besseres Kennenlernen beider Völker fördern wollten. So setzten sich Historiker wie Franco Valsecchi, Angelo Ara und Adam Wandruzska, Politiker wie Bruno Kessler, Schriftsteller und Her- ausgeber wie Claudio Magris und Roberto Calasso dafür ein, beide Kulturen in Italien und Österreich zu verbreiten und die Geschichte der Beziehungen zwischen Italienern und Österreichern neu auszulegen – und zwar nicht mehr als eine Geschichte zweier Antagonisten, sondern als eine Geschichte der Zusammenarbeit und Gemeinsamkeiten. Was die italienisch-österreichischen politischen Beziehungen betrifft, intensivierten sich die Kontakte zwischen Rom und Wien erst im Laufe der 1980er-Jahre, als zum einen in Italien erneut eine Mitte-Links-Regierung an die Macht kam, welche die PCI ausschloss, und zum anderen sich die politi- sche Laufbahn Bruno Kreiskys langsam ihrem Ende zuneigte. Im August 1983 schien die Bildung einer neuen Regierung unter Betti- no Craxi, dem dynamischen Chef der Sozialisten, auch für das italienisch-ös- terreichische Verhältnis neue Perspektiven zu eröffnen. Seit einigen Jahren schon war Craxi außenpolitisch engagiert und hatte zahlreiche internationale Verbindungen geknüpft, vor allem mit den deutschen Sozialdemokraten und den österreichischen Sozialisten. Giulio Andreotti, der nach dem Ende der 29 Ebd. Siehe dazu auch Fausto Bacchetti, Attraverso mezzo secolo. Memorie di un testi- mone dalla politica italiana alla diplomazia internazionale (Bologna 1988). 30 Einige Informationen und Angaben finden sich in: Fritz Breuss, Italien und Österreich angesichts der Herausforderung des Binnenmarktes, in: Österreich-Italien. Was Nachbarn von- einander wissen sollten, hrsg. von Michael Morass, Günther Pallaver (Wien 1992) 181–222.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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