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Die schwierige Versöhnung - Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
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524 Luciano Monzali betonte allerdings, Österreich müsse dazu bereit sein, mit den europäischen Partnern die Lösung einiger Fragen abzustimmen, wie etwa die des Fernver- kehrs auf den Autobahnen. Außerdem unterstrich er, dass die Zeit reif sei für eine rasche Verabschiedung des Südtirol-Pakets, die seine Regierung in Angriff nehmen wolle56. Trotz des Drängens der Bonner Regierung zögerte die Europäische Gemeinschaft die Verhandlungen über die Aufnahme Österreichs hinaus, da sie in Sorge war, damit Moskau zu irritieren. Am 28. Juli 1989 beauftragte der Europäische Rat die Kommission, das Dossier mit dem österreichischen Beitrittsersuchen zu studieren und dazu Stellung zu nehmen57. Es sollten allerdings zwei Jahre vergehen, bis die Kommission am 1. August 1991 ihr weitgehend positives Gutachten über den EWG-Beitritt Österreichs vorlegte. Die Verzögerung ist dadurch zu erklären, dass einige europäische Staaten, vor allem Frankreich und Spanien, die Aufnahme Österreichs hinauszögern wollten, um abzuwarten, bis sich die Lage auf dem europäischen Kontinent geklärt und stabilisiert habe und der Prozess der institutionellen Umstruktu- rierung innerhalb der EWG abgeschlossen sei. Der Sinneswandel der Sowjetunion war der Schlüsselfaktor, der neue Perspektiven für einen österreichischen EWG-Beitritt eröffnete. Während sich Moskau im August 1989 zwar in einem an Wien gerichteten Schreiben gegen einen Beitritt Österreichs aussprach, zeigte sich Gorbatschow kompro- missbereit, sodass einer Annährung Österreichs an Brüssel nichts mehr im Wege zu stehen schien58. Am 1. August 1991 legte die europäische Kommission ihre Stellung- nahme über den Beitrittsantrag Österreichs vor. Diese war überwiegend posi- tiv, wobei aber auch auf einige Probleme hingewiesen wurde, die es zu lösen galt59. Die Kommission unterstrich die guten Beziehungen zwischen Öster- reich und der Europäischen Gemeinschaft sowie den hohen Integrationsgrad Österreichs mit der EG. Die österreichische Wirtschaftslage zeichnete sich 56 ILS, AA, Trentino-Alto Adige, b. 21, Ministero degli Affari Esteri, Pressemitteilung vom 6. Juli 1989. 57 Gehler, Österreichs Außenpolitik der Zweiten Republik, Bd. 2 619. 58 Martin Eichtinger, Helmut Wohnout, Alois Mock: ein Politiker schreibt Geschichte (Wien–Graz–Klagenfurt 2008) 246 ff. 59 Siehe dazu ILS, AA, Trentino-Alto Adige, b. 21, Ministero degli Affari Esteri, CEE-Aus- tria, 13. November 1991; Gehler, Österreichs Außenpolitik der Zweiten Republik, Bd. 2 754 ff.
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Die schwierige Versöhnung Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Title
Die schwierige Versöhnung
Subtitle
Italien, Österreich und Südtirol im 20. Jahrhundert
Authors
Andrea Di Michele
Andreas Gottsmann
Luciano Monzali
Editor
Karlo Ruzicic-Kessler
Publisher
Bozen-Bolzano University Press
Location
Bozen
Date
2020
Language
German
License
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-88-6046-173-5
Size
16.0 x 23.0 cm
Pages
616
Keywords
20. Jahrhundert, Österreich, Südtirol, Italien, Geschichte
Categories
Geschichte Nach 1918
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