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VII.3 Oberösterreich: Freistadt – Bürgerspital (Edition Nr. 98–103) 809
spitall am allmosen zuempfangen, nemblichen 12a emmer pier, 2 mezen waitz, 3 mezen
gerssten, 1 mezen arbes, 2 kölber, 1 priefädla und zwar dise posten solang es daß spitall
bestreitten khan; [/] item (titl) herrn dechanten alhier wegen der von wey(land) frauen
Barbara Junckhin seel(ig) gestüfft und in der spittall kürchen gelesenen 4 Quatember
messen 4 fl., dann von Hainrich Scheffer jahrtag 1 fl., von diser stüfftung khomben denen
spitällern außzutheillen 6 fl., am fest des heyligen Johann Baptista dem herrn caplan 1 fl.,
vocalisten 2 fl. 30 xr., item instrumentalisten auch 2 fl. 30 xr., dann dem organisten 1 fl.
und meßner 30 xr., zusamben abzureichen 7 fl. 30 xr.
Mehr ist zur s(anc)t Catharinae pfarrkhürchen von unerschiedlichen gründten diennst 45
xr. 2 den und s(anc)t Peterskürchen am perg wax dienst 1 lb. per 30 xr.
Nachdeme aber von frauen Damianin, eine gebohrne Rechbergerin in Wienn, vor
etwelchen jahren ein eigner beneficiat gestüfft worden, welcher alltäglichen umb 8
uhr vormittag zu ihrer intention in ersagter spitall kürchen ein hey(lige) mess zu lösen
hat, und hierüber ein eigene raittung, so sich bey hiesiger pfarrkhürchen raittung
beygepundener befindet, formirt wierdet, solchemnach wierdt dises alhier nur zur
nachricht vorgemerckht.
[31.] 31. Der handtwerckhs leithe auszüge und tagwerckhers verdienst wirdet
verwalter jedes[/]mallen so wierthschäfft(lich), als er sein khan, tractiren.
[32.] 32. Auf die holzstätt wierdet verwalter, nachdeme im anno 1741 gehabt grossen
windtris solche sehr grossen schadten erlitten, ein obachtsambes auge tragen, damit dise
wider gehaydet und von pauern viech daß jung aufgehente holtz nicht abgefressen oder
ruiniert werde.
[33.] 33. Ist dennen spitällern selbsten wie auch im mayrhof dennen leithen wohl
einzubünden, daß sye auf daß liebe feur wohl acht geben beforderist nachtszeit, da selbe
mit solchen in die ställ gehen. Gleichwie aber
[34.] 34. nicht wohl möglich, alles und jedes diser instruction einzuverleiben,
hingegen sich ein alhiesiger statt magistrat gänzlichen versichert, er, verwalter, werde in
allen vorfallenheiten seinen besten verstandt, fleiss und müehe gebrauchen, des spitalls
nutzen und wohlfarth zu befördern, allen schadten und nachtheill zuverhietten. Also
wirdet auch selber dessen hauswierthin, so mit dem kochet und ybrigen weibsarbeith,
auch hervorgebung deren natura[/]lien zuthuen hat, einpünden, daß selbe ihrerseiths
allen fleiss anwendet, vermitls welchen jeder spitaller seine außgemessene portion recht
yberkhombet. Und obwollen
[35.] 35. vermög einer alten spitall instruction de dato 12ten Septembris 1635
zuersehen, daß die spitall verwalters bsoldung jahrlich nur in einer kleinen ergezlichkheit
bestanden, in einer anderen deto, datiert 23ten Septemberis 1666, aber erhellet, daß
puncto 16to den spitall verwalters besoldung jährlichen auf 36 fl., doch dergestalt, daß
er anderst und weither nichts von des spitalls einkhomben in seinen nutzen verwendten,
auch für schreib- und stellung der raittung nichts einsezen solle, determiniert worden,
der letzere verwalter, herr Perchtoldt, auch niemallen mehrers als erholte 36 fl. und
besonders vor mach- und schreibung diser rechnung 6 fl., zu samben 42 fl., eingesezt,
so wierdet jedannoch dem neuen verwalter hinkhünfftig dissorths einbringen zu derffen
verwilliget, alß ein ordi(nar)i besoldung auf das ganz jahr zusamben per 50 fl.; item wegen
a–a Mit Klammer verbunden.
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Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin