Page - 1075 - in Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Image of the Page - 1075 -
Text of the Page - 1075 -
X.1. Burgenland: Esterházysche Herrschaftspitäler (Edition Nr. 192–203) 1075
vortag aber essen selbe mit abbruch fastenspeisen zu ehren dieses heiligen, weillen die
gemeinde in der peestzeit den vortag zufasten und den feesttag zu feuren versprochen hat,
damit uns Gott durch seine vorbitte auch firohin von den drey straffen krieg, hunger und
peest gnädiglich befreuen wolle.
[8.] 8tens Betten diese bey ereugnenden tonnerwetter nach gegebenen zeichen alle
sammentlich mit lauter stim zu hauß fünff vater unser und ave Maria, alwo bei jeden hinzu
gesprochen wird: heiliger Gott, heiliger starcker Gott, heiliger unsterblicher Gott, erbarme
dich unser, zu lezt ein glauben. [/]
Nr. 197
Instruktion für den Herrschaftspital-Spitalverwalter (Spitaldirektor) in Forchtenstein/Forch-
tenau.
Sopron, 1759 August 11/September 21
Archiv: EPA, Burg Forchtenstein, Spital Forchtenstein (alte Signatur No 5, XX, 660):
Hochfürst(lich) Eszterhazysches Forchtenauer spitall prothocoll angefangen anno 1778,
unfoliiert
No 3: Instruction vor den neu aufgenohmenen spital verwalter und director
Nachdeme der spitalverwalter oder director von der hohen herrschafft aus keiner andern
absicht aufgenohmen wird, alß das durch dessen verwaltung, sorge und obsicht die
fürstlichen spittaller in hinkunfft ordentlicher gehalten und denenselben sowohl an allen
anderen erforderlichkeiten als an der subsistenz nichts abgehe, mithin von seithen der
gnädigsten herrschaft die gnädige intention erfüllet, die schuldigkeit deren spittallern
dahingegen accurat vollzogen und observiret werden solle, so hat man ihme eben aus
diesem endzweck folgende instructions puncten zur genauen observation hinauszugeben
vor nothwendig erachtet.
[1.] Primo vor allen wird derselbe darob seyn, das die spittäller die ihnen vorgeschribene
gebetter und andachten fleissig verrichten, ein tugendsam frommes leben führen, eins den
andern lieben und von allen hasß, zanck, neid sich enthalten sollen; er, spitalldirector, solle
selbsten allen in obbemeldten mit guten exempel vorgehen und sich samt denen seinigen
also auffihren, das Gott und die weld [/] an ihme ein wohlgefallen haben solle. Solten aber
[2.] secundo ein und anderer von gemeldten fürst(lich)en spitallern sich befinden,
welche übel gesittet und stette handel, klagerey und zwistigkeit mit andern haben und auf
mancherley arth ihr mitspitäller zu divexiren sucheten, und nach reterieten ermohnungen
und allenfalls auch erfolgten bestraffungen sich mit nichten besseren wolten, so wird des
spitalldirectoris seine schuldigkeit seyn, solche wiederspänstig unruhige zänckerische
leuthe der fürst(lich)en commission anzudeiten, damit ihrer wegen das weitere
vorgekehret werden könne, allermassen derley ungestimme sowohl weibs als manns
personnen in dem spitall die gnädigste herrschaft absolute nicht leiden. Desgleichen
[3.] tertio mit nichten gedulden will, das die spittäller schelten, fluchen und allenfals
(was man nicht verhoffet) ein ärgerliches leben führen oder darzu anderen gelegenheit
geben solten, worauf ermeldten spitalldirector bey verandwortung gegen Gott und der
hohen herrsch(afft) besonders zu invigiliren und die schuldigen anzuzeigen haben wird. [/]
back to the
book Spital als Lebensform - Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2"
Spital als Lebensform
Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Volume 2
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Spital als Lebensform
- Subtitle
- Österreichische Spitalordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit
- Volume
- 2
- Authors
- Martin Scheutz
- Alfred Stefan Weiß
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2015
- Language
- German
- License
- CC BY-NC 3.0
- ISBN
- 978-3-205-79639-8
- Size
- 17.5 x 24.7 cm
- Pages
- 722
- Category
- Medizin