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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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5. Die Verwaltungsebene: Der Sowjetische Teil der Alliierten Kommission 227 rainischen Front unter Tolbuchin und dem zuständigen Volkskommissariat für Verteidigung zusammen. Als eine der „Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Vormarsch der Roten Armee auf das Gebiet Österreichs“ konsta- tierte die 3. Europäische Abteilung Ende März/Anfang April 1945: „Was die gemischte Kontrolle in Wien betrifft, so kann eine solche auch nach der Kapi- tulation, keinesfalls jedoch vor der vollständigen Befreiung Österreichs ein- gesetzt werden.“294 Noch vor der Kapitulation legte das aus Marschall Fedor Tolbuchin, dem Mitglied des Militärrates der 3. Ukrainischen Front, Generalleutnant Aleksej Želtov, und dem Kommissarischen Politberater Michail Koptelov bestehende „Triumvirat“ am 21. April 1945 dem stellvertretenden Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Vladimir Dekanozov, einen Entwurf für den Sowjetischen Teil der Alliierten Kommission vor. Ihren Plänen nach sollte die Gründung der SČSK noch im April erfolgen.295 Gegenüber vorherigen Kon- zepten296 enthielt der präsentierte „Kontrollmechanismus“ zwei zusätzliche, „äußerst notwendige“ Abteilungen – eine Sanitätsabteilung und eine Verbin- dungsabteilung für Post, Telefon, Telegraf und Radio.297 Die vorgeschlagenen Zahlen für den Personalstand – 489 Militärs und 90 Zivilangestellte, insge- samt 579 Personen – stellten vorerst „bloß einen Schätzwert dar, weil Erfah- rungen vergleichbarer Art fehlen“ würden. Etwas umständlich erläuterten Tolbuchin, Želtov und Koptelov daher: „In weiterer Folge gilt es, die Mög- lichkeit im Auge zu behalten, die Erlaubnis zu besitzen, den Personalstand 294 AVP RF, F. 66, op. 23, p. 24, d. 8, S. 20f., Bericht der 3. Europäischen Abteilung des NKID „Über Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Vormarsch der Roten Armee auf das Gebiet Österreichs“ [spätestens am 2.4.1945]. Abgedruckt in: Karner – Stelzl-Marx – Tschubarjan, Die Rote Armee in Österreich, Dok. Nr. 6. 295 Diese Konzepte enthielten teilweise noch die Bezeichnung „Sovetskaja čast’ Sojuzničeskoj komissii v Avstrii“ (Sowjetischer Teil der Alliierten Kommission in Österreich), die nach der Umstrukturie- rung 1952 aufgegriffen wurde. 296 Die ursprüngliche Variante dürfte auf Dekanozov und den Leiter der 3. Europäischen Abteilung des NKID, Andrej A. Smirnov, zurückgehen. Die mehrfachen Überarbeitungen wurden anschlie- ßend zwischen dem NKID und der aus Tolbuchin, Koptelov und Želtov bestehenden Arbeitsgrup- pe ausgetauscht. Siehe: AVP RF, F. 066, op. 25, p. 119, d. 15, S. 21, Begleitschreiben von Lavrov und Poljakov an Dekanozov zur Übersendung des Entwurfes der Verordnung des Rates der Volkskom- missare über die Bildung der SČSK, 19.5.1945. Auf Smirnov (und den Diplomaten und Geheim- dienstfunktionär Vladimir S. Semenov) gehen auch die Planungsentwürfe zur Struktur der SMAD zurück. Vgl. Foitzik, Sowjetische Militäradministration in Deutschland, S. 43. 297 AVP RF, F. 066, op. 25, p. 119, d. 15, S. 1, Begleitbrief von Tolbuchin, Želtov und Koptelov an De- kanozov zur Übersendung des Entwurfes der Verordnung des Rates der Volkskommissare über die Bildung der SČSK und den Personalstand der SČSK, 21.4.1945; AVP RF, F. 066, op. 25, p. 119, d. 15, S. 2–6, Entwurf der Verordnung des Rates der Volkskommissare über die Bildung der SČSK, [21.4.1945]. Vgl. dazu und zum Folgenden Knoll – Stelzl-Marx, Der Sowjetische Teil der Alliierten Kommission, S. 187; Mueller, Die sowjetische Besatzung in Österreich, S. 53–70; Ruggenthaler, Wa- rum Österreich nicht sowjetisiert wurde, S. 658, 666f.
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Stalins Soldaten in Österreich
Subtitle
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Author
Barbara Stelzl-Marx
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
874
Categories
Geschichte Nach 1918
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