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5. Die Verwaltungsebene: Der Sowjetische Teil der Alliierten Kommission 233
der Alliierten Kommission320 bestand ein Pendant innerhalb der SČSK.321 Die
Leiter der einzelnen SČSK-Abteilungen wurden in den Sitzungen des Sekre-
tariates des ZK der VKP(b) am 13. bzw. 20. Juli 1945 ernannt.322
Das Kommando setzte sich 1945 aus acht offiziell rein militärischen Plan-
stellen zusammen: dem Militärkommissar (Konev), seinem Stellvertreter
(Želtov), der zugleich Mitglied des Exekutivkomitees und des Militärrates
der CGV war, dem Politischen Berater (Kiselev), einem Assistenten des Mili-
tärkommissars, zugleich Stellvertreter des Vertreters des Militärkommissars
im Exekutivkomitee, drei Adjutanten und einem Übersetzer.
Auch der Stab selbst umfasste acht militärische Posten: den Stabschef
(Morozov), gleichfalls Stellvertreter des Vertreters des Militärkommissars im
Exekutivkomitee, den Stellvertreter des Stabschefs, einen Adjutanten, drei
Verbindungsoffiziere für Kontakte mit ausländischen Vertretern und zwei
Übersetzer. Mit der zugeordneten Stabskanzlei und den einzelnen Abteilun-
gen hatte der Stab insgesamt 157 Stellen (davon 39 zivile) und damit bei Wei-
tem den größten Personalstand. Dazu zählten unter anderem ein Meteorolo-
ge, ein „Fachmann für Großraumwetterlagen“, zwei Schuster, ein Schneider,
ein Friseur, Krankenschwestern, Köche, 40 Chauffeure und mehrere Funker.
Von den Abteilungen war jene für Politik mit 41 Posten (34 militärische
und sieben zivile) die größte: Allein ihre Führungsriege bestand aus zwei
stellvertretenden Politischen Beratern (einer von ihnen – Koptelov – war Ab-
teilungsleiter), drei Chefassistenten und vier Assistenten.323
320 Zur Struktur der Alliierten Kommission für Österreich vgl. Rauchensteiner, Der Sonderfall, S. 117.
321 Das Erste Kontrollabkommen sah für die Alliierte Kommission je eine eigene Abteilung für „Re-
parationen“ und für „Übergaben und Wiedergutmachungen“ vor, während für die SČSK nur eine
Abteilung „für Reparationen und Ablieferungen“ geplant war. Auf der anderen Seite gab es in
der Alliierten Kommission kein Pendant zu den Abteilungen für Nachrichten und Sanitätswesen.
Letztere bestand neben dem Abteilungsleiter und Schriftführer aus vier Ärzten, die Inspektoren für
Epidemiologie, therapeutische Belange, Venerologie und Pharmazie waren.
322 RGASPI, F. 17, op. 116, d. 220, S. 79, Beschluss Nr. 220 (397) des Sekretariates des ZK der VKP(b),
Über die Mitarbeiter des Sowjetischen Teils der Alliierten Kommission für Österreich, 13.7.1945;
RGASPI, F. 17, op. 116, d. 222, S. 7, Beschluss Nr. 222 (27) des Sekretariates des ZK der VKP(b), Über
die Mitarbeiter des Sowjetischen Teils der Alliierten Kommission für Österreich, 20.7.1945.
323 AVP RF, F. 066, op. 25, p. 119, d. 15, S. 58–66, Personalstand des Sowjetischen Teils der Alliierten
Kommission für Österreich, Beilage Nr. 2 zum Beschluss Nr. 1553-355s des Rates der Volkskommis-
sare, Über die Bildung des Sowjetischen Teils der Alliierten Kommission für Österreich, 4.7.1945.
Damit hatte sich der Personalstand der Politischen Abteilung gegenüber dem Vorschlag vom 19.
Juni 1945 nur unwesentlich um einen Posten verringert. Siehe: AVP RF, F. 066, op. 25, p. 119, d. 15,
S. 40, Entwurf des Überblicks von Silin und Kiselev über den Personalstand der Politischen Abtei-
lung der SČSK, 19.6.1945.
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Stalins Soldaten in Österreich
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Stalins Soldaten in Österreich
- Subtitle
- Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
- Author
- Barbara Stelzl-Marx
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2012
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78700-6
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 874
- Categories
- Geschichte Nach 1918